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486 VI.2.Edition
bedermajestetbriefe,beydengemeltenherren ligund,genùgsamlichgefreitwèrn,allerlay
leinbat vail zu haben, als dann ir vorvordern die leinbater unnd sy wol sechzehen gann-
tze jar an der kramer unnd allermenigclichs irrung gehanndlt, so hieten sy sich dannoch
in dem enntschaidt von den herren ausganngen als die gehorsamen unndertan gehalten,
unnd demselben enntschaid nach mit sòlhem leinein dermassen wie vor nicht mer ge-
hanndlt. Aber die kramer hielten den enntschaid nit in dem, als der unnder annderm
nemlichen aufweiset, das sy dhainerlay rabe leinbat wèder stukh- noch ellnweise kauf-
fen noch verkauffen solten, sonnder sy leinbater, als dann in irer berùembten fùrstlichen
freyhait auchclèrlichenerfundenwurde, sowèrnsy jedoch irenhalbensòlhemenntschaid
nichtnachkòmen, auch ir freyhait selbs verprochenmitdem,das synèben, vorundnach
in indenherbergenhie rabe leinbatkauffetenundettlicherunnder inkramernsovil,das
sy die auf wàgen haim in ire hewser oder herberg fùrn liessen, dabey die herren versteen
mòchten, das sy damit den enntschaid nit gehallten, wann sòlh ir hanndlung enntrichts
dawider und sonnder wider ir angezogen fùrstlich freyhait, der sy sich zu behelffen ver-
maineten und bey den hanndtzuhaben bàten und doch dieselbs verprochen und den nit
nachkomen wère. Wo aber die kramer vermaineten, das ainer oder mer leinbater wi-
der den enntschaid mit ainicherlay, das doch aim gasst erlaubt und nicht verpoten wèr,
gehanndlthietealsmitganntzenstukhenoderannderm,hoffetensydamitnichtsverpro-
chen haben; dann wo sy sich alain hanndlung der raben leinbat, als zwilich und ruphen,
behelffen solten, als dann die kramer vermaineten, muessten sy von dem hanndl lassen
und mòchten sich damit nit ernern. Es wùrde auch der benannten herren spital4 sein
zinns dadurch jerlich entzogen unnd abgenomen aus der ursach, das die fròmbden lewt,
so auf dem lannd herein kòmen, sellten ganntze stukh von in, sonnder von den gèss-
ten, davon sy leinbater die nèmen, auch kauffeten, die von hie [188r] wègfureten und
darnach dahaim miteinannder ellnweise tayleten oder verkauffeten, dadurch sy sich der
leinbatnachderellnzuverkauffennichtbehelffenmòchten. Itemsohietenauchdiegesst
in den gasthewsern hie geplaichte leinbat, zwilich, ziechwerch, zwirn unnd annder sòlh
ding tèglich unnd yezuzeiten auf dem markht vail, die sy stukhweise hingèben. Warumb
sydannalsmitburger,diebeyder statmitliden, solhrechtnichtauchhabensolten, sonn-
dermit leinbat,diemannennet lanndtleinbat,undziechwerch, soman imLanndobder
Enns machet unnd davon herbrècht, dann solte den kramern alain sòlh hanndlung der
leinbatgestattwerden,mòchtemenigclichwolermessenunndversteen,dasesmerckhlich
unnd nicht klain wider gemainen nutz sein wùrde, mit dem, das sy der pòsen fauln lein-
bat gleich alswol als der gùten unnd tewrer, dann man die von anndern lewten kauffen
anwerdenmòchten,durchdas,dasainyedernùrvoninkauffenmùesste,das sunst, sodie
annder lewt auchvail hieten,nichtbeschehen,wannalso ainyederkaufferdiewalhaben
mòchte. Unnd wo die kramer kain leinbat vail hieten, nicht dest mynner wèrn sy dan-
nochkramerundmòchtensichondiemit anndern irenkramhènndelnundphenwerten,
die als unertzellich wèrn, gar wol erneren, denselben behelff sy aber nicht hieten. Unnd
nachdemdieherrenburgermaisterunndratenachgelègenhaitder lewffundzeitderund
annderr hènndl ordnung ze mynnern und ze mern mochttig wèrn, baten sy dieselben
herren, das sy sew als ir arm unndertan aus obertzelten ursachen bedennkhen und in
denhanndl gnedigclich sechen solten,dadurch sy sichnebendenkramernhie lennger in
4 ZumWienerBürgerspital sieheobenNr.37Anm.2.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen