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Nr.318–319 487
hewslichen eren aufhalten unnd sich und ire weib und kinder ernern mòchten, auch mit
den kramern zu schaffen, irer unpillichen und unnotturfftigen clag gegen in abzusteen
unnd sew des frèfls, das sy in in ir làden gelauffen wèrn unnd ir gu˚t ausserhalb beywèsen
irs herren .. des burgermaisters diener menigveltigclich beschawt unnd geschètzt hieten,
zuvertragen,wolten symit ganntzer gehorsamunndertènigclichverdienen.
Darauf anphintztagvor sanndPangrètzentagdesobberùrten sybenundnewntzigisten
jars die vorgenannten herren .. burgermaister und rate aus bewègten ursachen und sonn-
derdurchgemainesnutzswillen,mitrat,wissenundwillenkùnigclichermajestat,unnsers
allergnedigistenherren, stathallterundregenntenhiezuWienn,unnserrgnèdigenherren,
zwischendenobgemeltenkramernundleinbatern,dabeyeshinfùrbeleibensol, entschai-
den haben also, das die kramer allerlay geplaichte unnd gevèrbte leinbat, mit namen
Swèbischn [188v] zwilich, Swàbische leinbat oder schàter, item mer Kòlnisch5 oder ann-
der dergleichen Oberlenndisch ziechwerch unnd darzu allerlay gevèrbten zwirn kauffen
und die elln- oder stukhweise wol vail haben unnd widerumb verkauffen. Desgleichen
mu˚gen die leinbater auch allerlay geplaichte unnd rabe leinbat, es sey hàrbein, ruphen,
zwilich und anndere, darzu auch Passawer6, Olmuntzer7 und dergleichen ziechwerch,
auch rabenungevèrbtenzwirnunndhàrbeineundrupheme leinbat, swartzgevèrbt, auch
wol kauffen, vail haben und die elln- oder stukhweise wider verkauffen. Welher tail aber
sòlhsuberfarnwirdet, denwilder ratdarumbswèrlich straffen.
Doch hat im der rat ganntzen gwalt vorbehalten, den egemelten enntschaid zu ver-
kern, ze mynnern, zu mern oder gènntzlich wider abzuschaffen, wie und wann in des
verlusst onalle irrung.
319.
DerBürgermeisterundderRatderStadtWiengrenzendieArbeitsbereichevonKrämernund
Gürtlernvoneinander ab.
1500Mai5.
HWOBfol. 188v.
Druck:Uhlirz,Urkunden2Nr.15.567.–Literatur:Neumann,Kleinkünste586.
Dercramerundgùrttler entschaid
Anno Domini etc. im funfzehenhundertisten jare des eritags nach dem sunntag daran
monsingetMisericordiaDominihabendieherrn..burgermaisterundratederstatWienn
denentschaid zwischendencramernundgùrtlern in ir statbuchhaissen schreiben:
[1.] also das dy cramer fùran ausserhalb der zwayer jarmèrkht khain gùrttl sullen vail
haben,danndie sy vondengùrttlernhiekhawffen.
[2.] Sy mùgen auch von den gèssten gurttl khawffen, aber dieselben awsserhalb der
jarmerkht nicht in der stat verkawffen. Und was sy derselben gurttln in den jarmerkhten
nicht verkawffen, sullen sy zudemanndern jarmarktbehalten.
5 Köln,Deutschland.
6 Passau,Deutschland.
7 Olmütz/Olomouc,TschechischeRepublik.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen