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Nr.331 499
und annder, in zwerchwassern und guten trichten verkaufft werden, bey nembung der
visch,dartzu zewanndl vierphundphennig.
[8.] Item welicher zu ainem vischkawff kombt, er sey an was orten er wèll, der soll
dhainen tail haben, er sey dann tailmessig, hab burgerrecht, ain eelich weib und sey bey
in inder zech.
[9.] Itemsosollenauchdie frembdenvischer irevischunnderdemgemaurtenVisch-
markht bey der unndteristn vischtùr gegen dem Leinbathaus5 ùber verkauffen und fail
haben und dhainen vischer oder vischkeuffl hie zu Wienn am wasser auf dem markht, er
habdannvordrey suchmal fail gehabt, zukauffengeben.Darnachsoll ersden,die inder
zech sein, anfaillen und zu kauffen geben, bey nembung der visch, dartzu ze wanndl vier
phundphennig.
[10.] Itemdhainweib solldhainvisch fail haben, schrotten,kauffenoderverkauffen,
nicht zu˚Vischmarkt steennochdamithanndelen.
[11.] Item [196v] sy sollendie alltenweibernochdie ledigenknechtoderannder,die
in irer zechnit sein,mitnichteunnderdie vischer stellen, furkauffenoder anndernhellf-
fenverkauffen, tewrungundnewerungmachen,beynemungdervisch,dartzuzewanndl
vierphundphennig.
[12.] Itemessollkaingasstdhainmarkhtstererhabenwederweib,knechtnochmann,
erkuntdann selbstdie sprachnicht, so soll er allain ainmitburger zu tulmetschhaben.
[13.] Item es soll auch dhain frèmbder vischer in der wochen an dhainem vleischtag
alhie am markht nicht fail haben, verkauffen noch zu markht steen, sonnder an ainem
gewondlichen vasstag und zu der zeit des Advennts, bey nemung der visch, dartzu ze
wanndl vierphundphennig.
[14.] ItemdieHungerischen,BehèmischenundMerherischen, so seefischhabenetc.,
unnderhalb der anndern vischer fail haben, so dann von allter der gebrauch gewesst ist,
das sy unnder der vorberuerten thur des Vischmarkhts fail gehabt. Und damit sy es yetz
auchthunundsichdermassenhalten,dasainunnderschidsei,damitniemanndbetrogen,
und das es niemannt mit ime hab oder anleg, bey nembung der visch, dartzu zu wanndl
vierphundphennig.
[15.] Itemes solldhainvischerodervischkeufflunnderwegen,aufder strassvonoder
genWiennvondhainemvischeroder sunstdhainvischkauffen,erhabsydannvor inder
innsetz gesehen, oder er soll in herein fueren lassen und drey suchmal fail haben, damit
der gros furkauff gewenndt werde, bey nemung der visch, dartzu zu wanndl vier phund
phennig.
[16.] Item wo man ainen hieigen oder sunst ainen der verboten, ongerechten oder
furkaufft visch am wasser oder sonnst in der stat find und betretten wurd, demselben
sollenalbegendie vischgenomenwerdenunddartzu zuwanndl vierphundphennig.
[17.] Item so sol man auch vor sannd Katreintag [25. November] dhain sprenntzling
fahen,kau˚ffennochverkauffen.
[18.] Item es soll auch weder trogler, wachsgiesser noch annders yemannds grùen
visch schrotten,nur allaindiehieigenvischer, diemaister sindund inder zech sein.
[19.] Item was gruen visch heerkomen, die sollen hie verkaufft und furkaufweis nin-
dert onerlawbnushinwekhgefurtwerden.
[20.] Item es soll auch dhain auslenndiger oder gasst, der den handl der vischerey
treibt, dhainen visch bey der Tunaw kauffen oder verkauffen, es sey dann mit willen
5 ZumLeinwandhaus sieheobenNr.274Anm.2.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen