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500 VI.2.Edition
und wissen der zechmaister, sonnder dietzeit wie obvermelt an der stat des gewondlichen
Vischmarkhts, beynemungder vischunddartzu zewanndl vierphundphennig.
[21.] ItemwasauchTraunvischauslennderodergestheerfueren, sollensywedernach
dermassoder sonstbeyderTunawnichtverkauffenundandenVischmarkht, auchnicht
in der wochen, sonnder an gewendlichen vischtagen, die drey suchung wie obvermelt,
und nichts nach [197r] der mass, sonnder nach dem gesicht, wie von allter heerkomen
ist. Und wer das uberfert, dem sollen die visch genomen werden und dartzu zu wanndl
vierphundphennig.Dochsollendiegedachtenviermaisterdiefrombdenvischerzuvoran
warnen, sichdarvorwissen zuverhuettenundderen schaden furtzukomen.
[22.] Item die maister der vischer hie sollen in ainer gesellschaft nicht mer dann vier
seinundmiteinanderhaltenundsollenandemVischmarktunndenundobennichtmer
dann ain stanndt haben und sich alle quottember umbtziehen unnd umb die stèt lossen,
ausgenomen die mit den Traunvischen sollen an den orttern des Vischmarkts steen und
beleiben, als vonallterheerkomen ist.
[23.] Item welher vischer ausfert unnd zeug het, es sey diker oder liechter, oder ann-
derzeug,wiediegenanntsind,ausgenomenainstrichpeeroderainstrutpeer,undwerder
ist, der anndern zeug fuert, es sey leiner oder ain reischer, das soll er ain ganntze wochen
fueren und soll dhainen vischkauff treiben unnd soll im dartzu niemannt kain tail geben
unntzdasdiewochenausskombt.
[24.] Itemauch sollen syviermaisterunnder inerwellen,diegetrewunnderber sein,
die ine der rat bestetten soll, die ir ordnung, die in gemacht ist, [beschauen,] das sy allso
gehalltenwerde, als sy indemstatbuchgeschriben steet.
[25.] Item zum lèssten in disem unnd mereren artikeln sollen sich die vischer und
vischkeùffl rechtmessig, erber, getreùlich hallten, damit kay(serlicher) m(ajesta)t etc.
ernstliche general und mandat nicht veracht, der furkauf gewenndt, der gemain nutz,
innhalt des statbuch und das alt heerkomen paser als bisheer gehalten werde. Wann die
wàgen mit den kreussen herein faren, sollen sy an der hertzogen Hof6 hie und in dhain
haws faren.Daselbs andemabenndunnddarnachandemfreittag sollen sybis auf zwelif
ur fail haben und da burgern und inwonern verkauffen, aber nach zwelif ur mogen als-
dann die hieigen kreusser und kreusserin wol kauffen, damit der furkauf gewennt werde;
und das mon dhainem uber ain phund kreussen geb, das mon auch all und yeglich, so
kreussen verfueren, gestatt. Und sol niemannds von hinn in enntgegen ziehen, dieselben
in abzulòsen oder furzukauffen bey der peen in den yetz vorberuerten anndern artikelen
begriffen,dieselb zuwanndl verfallen zu sein.
Doch hatt in der bemelt rate dise ordnung ze mindern, zu meren oder ganntz zu
verkeerenwie annderordnungvorbehaltena.
331 aDanachvon spätererHand:N(ota)b(ene)dieseordnung istvonkayserMaximilianoa(nn)oDomini1517
[sieheuntenNr. 341], itemaLeopoldoprimoa(nn)o1661,den31.August, confirmirt.
6 ZumPlatzAmHof sieheobenNr.33Anm.1.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen