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504 VI.2.Edition
den zechmaistern der leinwaterzech zu beschawen angesagt werde und die leinwater hie
angefailtdreyganntz tag.Unndsodiealsoerkhauft, sollderkauffervonyedemstuckh in
derzechpuchseneinlegenain(en)helbling,damitdergotzdienstundzechnotdurftunder-
halten,wievonalterherkhomenist;woabersòliche leinbat indendreyentagendurchdie
inwonennden leinwater nicht erkhaufft mòcht werden, alsdann sàmbweise, nicht [200r]
stuckh-nochelenweise, innhaltgemainer statundder leinwater freyhaitbestàtunndord-
nung, verkauftwerden.
[9.] Es soll auch ain yeder leinbater, so die zechmaister die brueder zu versambln von
gemainer stat oder annder geburlichen sachen wegen verursacht, auf ainigs berueffen der
zechmaister gehorsamunndgwèrtig erscheinenunndoneehafftnotnit ausbleiben.
[10.] Item es sollen auch die leinwater alle jar an Allerkindleintag [28. Dezember]
unnder inen zwen erber mann zu zechmaistern unnd beschawern erwelen, die sol inen
ain ersamer ratbestàtten.
[11.] Zu den zwayen freyen jarmàrckhten sollen die leinbater zu Wienn, so fayl ha-
benwèllen,umbdi stànndtaufdemHof5 ungevèrlich lòssen,ainernichtmerdannainen
stanndhabenvonder armenwegen,damitdie auchhingebenmugennebendenreichen.
Wòlicherabernicht failhat,der soll auch indas losnichtkomen,damitdasdiseordnung
beleiben und yeder seinen nachpawrn unnd gegenstannd habe. So aber ainer ain kotzen-
hutten oder -tisch haben wolte, der soll den setzen und haben ausserhalb der leinbater
hùtten,doannder lewtkotzenverkhauffen.
[12.] Auch so burger hie, die nicht leinbatrecht hetten, auch gesst und frembd lein-
bater in den beruerten zwayen jarmarckhten leinbat fail haben wolten, soll inen gestatt
werden bei den auslenndern, alls Passawèren6, Schàrdingern7, damit der Wiennerischen
leinbaterordnungunzerrut,wie vorstetundauszaigt ist, gehalltenwerdeundbleib.
[13.] Es sòllen auch die leinbater kainen newen aufsatz oder ordnung aufsetzen noch
altsherkomenobenvermeldtundbegriffenabbringenonburgermaisters, richterund ra-
tes willen und zugeben, auch khain straff hòchern annders dann hie in diser ordnung
clèrlichen ist begriffen.
[14.] Wer aber wider die vorgeschriben artickln ainen oder mer hanndlt, nèmblich
so aigen peen nicht haben, derselb uberfarer soll gemainer stat Wienn funf phund, dem
statrichter zwenundsibentzigpheningunnd indi zechzwayphundwachsonunderlaßzu
peenzegebnverfallen.
Doch hat im ain ersamer rat hierinn ganntzen macht und gwallt vorbehallten, dise
ordnung unnd zech ze myndern, ze merern oder gar abzethuen unnd zu verkhern, wann
unndwie inverlusst.
5 ZumPlatzAmHof sieheobenNr.33Anm.1.
6 Passau,Deutschland.
7 Schärding,OÖ.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen