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Nr.337–339 513
lannd, wo sy kumen, das sy lossen sullen. Und so ainer nicht da ist, und so der annder
waisst, das er kumen sull, so soll er im dieweil ain phennig darleyhen. Wer aber los nicht
hielt, derwèrder zechverfallen zehenphundwachs.
339.
Der Bürgermeister und der Rat [der Stadt Wien] erteilen den Leinwatern einen Zusatz zu
derenOrdnung.
1517 Juli 23.
HWOBfol.206v.
Literatur:Uhlirz,Gewerbe735.
Zwenvernewt artigklder leinwaterordnung
Anno Domini etc. decimo septimo des phintztags vor Jacobi apostoli haben die herrn
burgermaister und ain ersamer rate dertzeit den leinwatern, burgern hie zu Wienn, auf
ir vleissig bit und begern diser zwayer nachvolgunder artigkhln in relaxation und zusatz-
weise irerordnungvonwegengemainesnutzgegebenundvonnewembeydergemainen
peen in bestimbter irer ordnung begriffen kunfftigclich zu hallten aufgesatzt und in das
ordnungbucheinzeschreibenbevolhen.
[1.] Item der erst artigkl, das nu furon an den markhtàgen, als mon auf das Leinwat-
haws1 auftregt, ain jeder leinwater, burger zu Wienn, dohaim in seiner behausung oder
herberg offennlich wol verkauffen und hingeben sol und mag, daneben auch auf dem
Leinwathaws, soferr ainen verlusst, auftragen. Und derselb leinwater trag auf das Lein-
wathaws oder nicht all markhttàg oder gar dhainen, so sol er doch geben dem spital2
jèrlichdenzinnßunverzogenlichundonabganng,wie vonalterherkhomen.
[2.] Itemderannder artigkhl, sodurchaingast leinwatherbrachtodergeschikhtund
den zechmaister laut irer ordnung und freyhait zu beschawen angesagt wirdet, so sollen
die zechmaister ain stund der bschaw benennen unnd den leinwatern allen ansagen las-
sen, wer kauffen welle dartzue khome, damit vortailig und annder arglistiger furkhauff,
geverlichs furlehen, vertewrung der leinwat vermitten und jedem sein bruederlicher tail
gedeihen mòge. Und wer also komet ainen tail sich zu nemen alda durch sich selbst oder
seinen scheinpoten anpewtet, es werde die leinwat derselben stund oder nochmals uber
kurtz oder lanng erkaufft, alsdann sol der kauff durch den oder die den kauff gethan on
geverallenundjeden, sotail vormalsbegert, angesagt, auf irbegernnachmals tailgelassen
werden.Es solauchferrerdurchausaufdemlanndedhainfurkauffdurchdie leinwaterzu
Wiennbeschehen, eswèrdann inainemfurstlichen freyen jarmarkht,damitdikaufflewt
das leger zuWiennbesuchenundvorausgemaine statbey irer freihait beleibenmòge.
Doch haben in di herrn burgermaister und rate vorbehalten, solch artigkhl ze min-
dern, zemernodergar zuverkhern,wannundwiofft d(a)zdinotturfft eraischt.
339 1 ZumLeinwandhaus sieheobenNr.274Anm.2.
2 ZumWienerBürgerspital sieheobenNr.37Anm.2.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen