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518 VI.2.Edition
[14.] Das mon auch all und ygklich krewssen in der stat Wienn zu furen gestat
und soll niemannts aus der stat inen entgegen ziehen, dieselben ine abtzelòsen oder zu
furkawffen, bey der peen in der vorbenannten artigkln begriffen dieselben zu wanndl
verfallen sein.
[15.] Item es sol bey allen und yden unnsern stetten und merckhten oder wo zech
syndnachgelegenhaytderort gehanndltwerden.
[16.] Item die zechlewt, vischer und vischkewffl in unnser stat Wienn sollen khai-
nen in ir bruedersch(aft) oder zech nit aufnemen an wissen der obrigkayt. Auch sollen
sy allemall, auf das wenigist zway mall im jar, mit wissen der [211r] obbrigkhayt all ir
menngl und unordnung aygentlich ertzellen und in beywesen des, so von der obrikhayt
dartzue verordent wirdet, hanndeln, was von ordnung darinn gethan, auch was nott ist,
mit getzeug oder furkawffe, wie vor aygentlich angetzaygt ist, dasselb trewlich gehalten
unndgewenntwerde.
Unnd in disen und merern artigkln sullen sich die vischer und vischkewffl rechtmès-
sig, erberundtrewlichhalten,dardurchunnsergeneralundmanndatnich[t] veracht,der
furkawffgewennt,dergemainnutz innhaltder statpuechgefuedertunddasaltherkomen
paser als bisher gehalten werde, und gebieten darauf den edlen, ersamen, gelerten, unn-
sernbesonndern liebenundgetrewen ..unnseren lanndhofmayster,marschalh, canntzler,
stathalternundratenunnsersregimentsunnserNiderosterreichischenlanndenund..bur-
germayster, richter und rate unnserer stat Wienn ernstlich mit disem brieff und wellen,
das sy darob und daran sein, damit dise vischordnung irs innhalts vesstigklich gehalten
und dawider khainswechs gethan noch gehanndlt, sonnder also voltzogen werde. Das
mainenwir ernstlich.
Miturkuntdesbrieffs,besigeltmitunnsermanhanngundeninnsigl,gebenzuKloster-
neunburg am zwenundtzwayntzigisten tag Novembris nach Crissti geburdt funftzehen-
hundertund imsybentzehenden,unnsers reichsdesRòmischen imzwayunddreyssigisten
unddesHungrischen imachtundtzwaintzigisten jare.
342.
DerBürgermeister undderRat [der StadtWien] erteilendenÖlern eineOrdnung.
1517 Juni13.
HWOBfol.211r–212r.
Deròlerordnunghie zuWienn
Anno Domini etc. quingentesimo decimo septimo an sambstag nach unnsers lieben
Herrn Fronleichnambstag haben die herrn burgermaister und rate von wegen aufnemen
gemainesnutzdisenachgeschribneordnunggemachtunndgeben,wiehernachvolget:
[1.] Zum ersten so wellen wir jerlich nun hinfur zu sannd Laurenntzentag [10. Au-
gust] ungeverlich ainen zimlichen und leidlichenn kauff des unslits setzen, der alsdann
das ganntz jar bis widerumb auf sand Laurenntzentag von dem kauffer und hingeber ge-
halten sol werden. Doch sòllen unns die òler zu derselben zeyt sòlh satzung des unslits ze
thunvorzeitlichdarumbersuchen.
Damit es aber bey derselben satzung, wie wir die thun werden, furbas beleibe und
menigclich auch die òler dardurch nicht beswert werden, auch das die gemain dester
statlicher [211v] mit liecht und khertzen versehen mòg werden, wellen und setzen wir:
Wèlhernunhinfurunnser satzung, sowir jèrlich zuobbestimbter zeit furnemenwerden,
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen