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Nr.341–342 519
es sey hingeber oder kauffer, nicht halten und ubertrèten wurde, das derselb unns und
gemainer stat zway phunt phening unnachlèslich verfallen sein und nichts minder sol
darnachdie satzungbey irerordnungundkrafft beleiben.
[2.] Zum anndern setzen und wellen wir, das die vleischackher das gestossen unslit
indie smeltz fuerenunddaselbs auslassen, alsdanndasselb ausgelassenunslit lautder sat-
zung, wie das von unns gesatzt wirdet, den òlern kauflich zusteen lassen, wie dann von
alterherkumenundgebrauch ist.
[3.] Zum dritten das alles und yedes unslit, so hie an die wag kumbt, das sòlhs alles
durch zwen oder drey òler, so sy aus inen darzu verordnen werden, inen samentlich und
sonnderlich durch dieselben anngesagt und alsdann gleich unnder sey getailt werde, da-
mit kainer vor dem anndern vortail habe und der arm nebena des reichen nicht beswert
nochgedrungenb werde, auchnebeneinanndergleichmessig arbaitenmògen.
[4.] Zumvierden damitder auslennder verkauff gewenndetund dieòler hiedes stat-
lichermitòlundunslitunnsundgemaine stat zuversehenhaben, setzenundwellenwir:
alles òl (ausgenomen liechtòl, so in den kirchen geprennt wirdet), so an die wag kombt,
und auch unslit, wie oben vermelt, durch den wegmaister, so jetz ist oder kunftig wir-
det, abgewegen werden, doch nemlich, das wegmaister aus(ser) wissen, willen der zwayer
oderdreyeròler, so sydarzuverordnen,kainòl abweg,wiewirdanndasdemwegmaister
aigentlich furgehaltenundempholhen,das er es alsohaltenundhinfurhanndlen sol.
[5.] Zudemfunfftendasniemants smer, liecht,mag-undpawmòl,pechkhertzenund
annders, so zu der òler hanndl gehòrt, wie sy dann in iren alten brieffen genannt, in den
wincklen oder offennlich fail haben noch verkauffen, ausgenomen das pawmòl, so den
kaufleutn und cramer auch erlaubt ist zu verkauffen. Unnd sòllen auch die òler jèrlich ir
jeder geben kay(serlicher) m(ajesta)t statrichter hie drew phunt magòl oder zway phunt
pawmòl, damit derselb statrichter denen, so in winkhlen oder offennlich, die nicht òler
sein, sòlh gattung fail haben, aufheben und durch die gerichtsdiener nemen lass. [212r]
Die gewvleischakher sullen ir unslit auch an die smeltz und wag bringen und sol sòlhs
anngesagtwerden.
[6.] Zum sechsten ob sich etlich mer in der genannten òler hanndl einlassen und
òler werden wolten, das dieselben vor das burgerrechtc emphanngen, auch irer geburd
und abschids, von dann sy kumen sein, glaublich anzaigen und darbringen und alsdann
gemainer statdrewphuntpheninggebenundraichen sòllen.
[7.] Zumsibenndenwoainicherlayabganngoder tewrungindiekhertzenvallenoder
khumenwurde, zuwaszeitdaskàme,dasdieòleralsdanndenfròmbdenaufdasgowund
sonicht inder statwonennichtgebennochverkauffen, sonnderalainden inwonern,da-
mit gemaine statund inwonerderselbennichtmennglnochabgannghaben.
[8.] Zum achten das sy innhalt der satzung vorbemelt die khèrtzen auf helbert phen-
bert, halb und ganntz phunt gut und gerecht arbaiten und machen, auch das garen, so
darzugebrauchtwirdet,gutundgerecht,dannvilandemgarengelegenwil sein,beraiten,
damit die khertzen gut lauter prinnen und nicht vliessen noch abrinnen mògen, deshal-
ben zwen òler gesetzt sullen werden, die die khertzen beschawen. Und wo sy nicht gut
undgerecht arbait vinden,dieselbunnsburgermaisterundrate anzaigen,damitwir verer
mit straff gegendenselbenwissen zuverfaren.
342 aDanachnochmals irrig: neben. b -g- korr. aus -d-. c Vor -re- korr.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen