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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.345–346 527 tregtnachseinemdeskauffersgeschèfftundgehaiss,gebnvonyedemstùbich indermaur Wiennnachentundferrer zwenpheningundvoralln thorn indenvorstettnallenthalben auchnachentund ferrer vondemstùbichdreypheningundnicht [216v] mer. [4.] Item so soll ain yeder kolmesser, der do kol misset, den stùbich unnder den wa- gen setzn und daz kol auß dem wagen in den stùbich on alles gefer falln lassen und allso trewlichn messen. Wèr aber, daz der stùbich under den wagen ungeverlich nicht mòcht, so soll dermesser trewlichnmitdermullternmessen. [5.] Item es soll auch khain kollmesser oder kolltrager khain sackh mit kol nicht aus- setzenwederandemHofnochannderstwo.Werdazùberfert,densollmandazkollunnd sackhonalle genadnemen. [6.] Item es soll auch ain yeder kollfùerer oder paur sein gellt und phening umb daz koll selbst einnemen und nicht der kolmesser. Will aber der kolfùerer yemandts porgen unntzt in sein hauß, herberg oder lennger, das mag er thun. Und der koltrager mag dem paurn oder kolfùerer daz gelt von dem kauffer wol pringen, solhs steet in des paurn will, desdaskol ist. [7.] Item alle die kolpaurn, so daz koll prennen oder hie herein in die stat Wienn fuern, sollen an allen unnderlass mit dem kolwagen auf den Hof farn und den stùbich- maister, koltragern und kollmessern ansagen, daselbst an gewondlichem marckht faill habn und verkauffen und kain kol unnder wegen hingebn oder zwischen dem Hof als faillem marckht und dem walld verkaufn, damit der fùrkauf vermittn, reich und arm des kols andemfaillnmarckhttagbekhomenmùgen. [8.] Item es soll auch an dem abent, alls morgen der marckhttag wirdt, kain kol- paur, smid, slosser, appoteckher, burger etc. daz koll verkauffen oder erkauffen, sonder desmarckhtags erwartn,dengemain inwonnendenmanreichundarmerstlich, als es ge- fànndlt ist,kauffen lassnainlitzigbisaufzehenur.Undsovilldarnachdergemainreichen und armen in ainlitzigem kauf uberbeleibt, mùgn smid, slosser, burger und wèr koll hie in Wienn notturfftig woll kauffen und mit ganntzem oder halbn wagen in sein innaw oderbehausung farn.Dochwannderpaurdaskollwiderdiepillichkaitbeschwèrlichder gemain, wie vorsteet, aufthun oder verkauffen wollt, sùlln der stùbichmaister, kollmesser und kolltrager solh und annderer geverlichait und [217r] vertewrung dem burgermaister antzaigen, damit nach gelegenhait der zeit failler marckhtc des kolls trewlich gesetzt wer- de.Wannsichaberbegàb,daz sovil undmenigwàgnmitkol andemmarkhtkàmendes abents, so soll solh antzall wàgn der stùbichmaister dem herrn burgermaister antzaigen, damit nyemandts beswèrdt; und so vil der gemain nicht derselbn zeit not wère, alßdann smid, slosser, appotekher etc.dieùberigenwàgendes abentswol verkhaufenundabfùern mùgen nach antzaigen der koltrager und kolmesser, doch mit bewilligung ains burger- maisterderselbnzeit. [9.] Item der stùbichmaister, nach rat und besichtn des kollmesser und der kolltra- ger, soll alletzeit an dem marckht daz gut koll erstlich der gemain fànndln und verkaufen lassen. [10.] Itemvonainemgetzogenrauckhfannckhsollendiekolltrager zukernnichtmer dann zehn phening nemen und dannoch ganntz glat und sauber keren, aber von ainem gestign rauchfanckh zwellf phening und nicht mer. Und wo sy allso allerlay rauchfanckh kern, ob sich begeb, daz sy zerprochn, zerklobn oder sonnst besorglich und nachtaillig c m- korr.
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Title
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Subtitle
(1364–1555)
Author
Markus Gneiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Size
17.3 x 24.5 cm
Pages
674
Keywords
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
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