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530 VI.2.Edition
ainen ausgehautn vorpogen, der gutt und woll verschraufft und versetzt sey, auch ai-
nen messingen frauenring mit zechen gesperrn sambt annder seiner zugehorung, welhe
zwai stuckh er in viertzechen tagen machen und beraittn sol. Und ee sòlh maisterstuckh
gemacht oder von den anndern maistern fur gutt und gerecht erckhanndt sein, soll er
dieweil khain knecht oder gesindt haltn, dann er solich arbait bey seinem weib wol ver-
richten mag. Und wann dieselben zway maisterstuckh gut und gerecht gefunden, darzu
ob der maister der ringmacher ze wenig wèrn, sollen sy zwen maister aus der zech zw in
nemenundsolh zway stuckhbey irnaidnnutz, guttundkhunstlicherkhennen.Alsdann
sol der, so sòlh maisterstuckh gemacht, maister sein und von menigklich darfur geacht
und gehaltn werden und das burgerrechta mit ainem halben phundt phening und die
zech,wie sichnachordnungdeshanndtwerchsgeburt, emphachen.
[4.] Zum vierdten das khain maister diss bemelten hanndtwerchs uber ain leerjun-
ger und zwen knecht nicht halt noch furder. Es begeb sich dann, das ain fròmbder gesell
herkhumb,der solldurchdenmaister,darzueerbegert,viertzechentagundnicht lennger
vonwegenainer zerunggefurdert [219v] werd[en].
[5.] Zum funfften das ain leerknecht auff drew jar zum hanndtwerch zu lernen ver-
dingt werd, alsdann sol der maister in der quottember vor ausgeung des drittn jars ainen
anndern leerknecht zu setznmachthabn.
[6.] Zum sechstn das khain maister dem anndern sein gesindt aufrede und aus demb
dinstnemme.Welcherdas thunwurde,der sol zwgemainer stat funffphundtpheningze
peenverfalln sein.
[7.] Zum sibendten das die ringmachergeselln mit den slossern khain gemainschafft,
sonnder ir sach allain habn, zu vermeiden vil zwitrècht und unanigkait, so sich hierinn
zutragn.
[8.] Zum achten und lessten das ain jeder maister ain zaichen habn soll und das auf
ain jede seiner arbait mache, damit aines jeden arbait erckhennt werde. Und wo in aines
maisterswerchstattdurchdiebeschauleut,die alle viertzechen tagainstbeschauen sollen,
ainunbezaichente arbait befunden,die sol zwgemainer stathenndngenommenwerden.
Dochhat imainrathierinnvorbehalltn,diseordnungzemyndern, zemerenodergar
aufzeheben,wannundwieofft sy verlusst ongeverde.
350.
OrdnungdesMetzenleihamts.
[ersteHälfte 16. Jahrhundert].
HWOBfol.219v–221r.
Literatur:Opll,Zeitverständnis 44Anm.38.
Ordnùngund satzùngdesmetzenambts
[1.] Item von erst wann man den fan aufstekhet, das dann ein yeder verkauffer bey sei-
nem wagenn sein sol und dann die burger der stat hie von erst kauffen und kain gast,
doch also das khain fuetrer noch gastgeb an ainem markttag nicht mer kauffen sol dann
ainmutt.Undes sol auchder fannvorder zwelfften stundnichtabgenomenwerdenund
darnach, so man den fan abgenomen hat, so mag meniklich verkhauffen. Und wer das
uberfert, der solnach rates rat schwèrlichdarumbgestrafftwerden.
349 a-e-mit er-Hakennach -g- gestrichen. b ÜberderZeile von gleicherHandmitVerweiszeichen eingefügt.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen