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Nr.350–351 533
zolner, zwender stat.Unddie zwyspil get an sanndMertentagabend [10.November] wi-
der aus oder hebt mans an Symonis und Judastag an, so getz an sannd Merttentag wider
ausetc.Undsoainpawer imlanndainenmetznundainschaffnymbt,gibt inderzwyspil
sibenphening.
351.
Der Rat [der Stadt Wien] lässt eine Ordnung der Flößer auf Grundlage einer von diesen
vorgebrachtenSchrift ins Stadtbuch schreiben.
[ersteHälfte 16. Jahrhundert].
HWOBfol.221r–224v.
Druck:WeisthümerNÖ1, ed.WinterNr.124.–Teildruck:Feil,Beiträge289f.–Literatur:
Uhlirz,Gewerbe738.
Flòtzer rechtundallt herkomen
Das ist der flòtzer zu Wienn recht und alts herkhomen, wie dann ir vorelltern solchs et-
wanbey irntrewenainemersamen,hochweisenratenachausweisungaineralltenschrifft,
so noch in der flòtzer zech hie vorhannden ist, angezaigt und deshalben unnderrichtung
gethanhaben,dermainungund inmassen, als hernachvolgt:
[1.] Von erst welhem flòtzer holltz hinrynnet, wer das auffàcht, dem sol man geben
von ainem schnitpawm zwen phening und von ainem ploch ain phening, das ist sein
recht und nit mer. Wèr aber, das der dem holtz nachkàm, dem es hingerunnen ist, und
das haymleich nèm oder on des willen, der das holtz aufgefanngen hat, der ist seinem
richter,hinderdemergesessen ist, zwenundsibentzigpheningverfallenundsoldasholltz
dannoch hinwider geanntwurttena an die stat, da er es genomen hat. Und ob der man,
dem es hynrynnet, bey der stat gesessen ist, dem sol man es vierzehen tag behalten. Wer
aber, das der, der das holtz auffàcht, dasselbig verpurig und nit zu weg ließ liegen, so sol
erdemmann,demeshingerunnen ist, dasholtzumbsonnsthinwidergebenund istden-
noch dem richter zwenundsibentzig phening verfallen zu wanndl und [221v] sol in auch
darzuenòtten,das erdasholtzumbsonnsthinwider geb.
[2.] Ist aber, das ain dyllen ganntz hinrynnt, so sol man dem, der es auffàcht, ye von
ainer ganntzen dylln sechs phening oder von ainer walddyllen sol man im geben zwelff
phening.Wannsichaberbegibt,dasdasholtz inainer rechteneysgusshinrynnet,werals-
danndasselbigauffàcht,der soldie zway tailbehallten;unddemeshingerunnen ist,dem
sol er nur den ain drittail davon geben. So aber das holtz hinnrynnt in grosser ùberguss,
werdasauffàcht,dersolnurain(en)drittaildavonbehalltenunddiezwaytaylwidergeben
demeshingerunnen ist.
[3.] So ist das auch unnser der flòtzer recht und von allter herkhomen, das kain gasst
nitholtz solkauffenvonainemannderngasst zwischenStain1 undWienn.Werdasùber-
fert und des mit ainer waren kuntschafft uberfaren wirdt, dem sol man das holtz nemen
und in ain spital geben. Und darzue ist er dennoch dem richter verfallen zwenundsiben-
tzigphening.
351 agean- korr.
351 1 Stein,VBKremsa.d.Donau,NÖ.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen