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536 VI.2.Edition
352.
Der Bürgermeister und der Rat der Stadt Wien erteilen den Hufschmiedegesellen und -lehr-
lingeneineOrdnung,a)dasAuflagegeldundb)dieWanderzeitunddasallgemeineVerhalten
betreffend.
1532Mai8.
HWOBfol.224v–226r.
Literatur: Thiel, Handwerkerordnung 60; Zatschek, Handwerk 177; Prochaska, Schmiede-
handwerk302.
Derhuefschmidknechta und jungera ordnungetc.
Anno Domini millesimo quingentesimo tricesimo secundo an mitichn, den achtn May,
habendieedlen,ersamen,hochweysenhernn..burgermaisterundderratederstatWienn
auf anlanngen der huefschmidt dise ordnung in ir statpuech zu schreiben bevolhen, wie
hernachvolgt:
[a] [1.] Erstlich den gotsdiennst, opfer und auflegen betreffent: Item ain jeder
khnecht und lonjunger soll all wochen nach allter gewonhait ain phening auflegen, auch
albeg uber viertzehen tag auf die herberg zu geen und aufzulegen phlichtig sein, welches
auflegen albeg zwischen der aindliftn und zwelften stundt beschehen soll, und die alltn
drey khnecht unntz auf zwelfe und nicht lennger sitzen und ir jedtweder zu der puchsn
ain slussl, und das die lonjunger die allt khnecht [225r] zu der wannderzeit setzn solln
und die alltn khnecht gueten vleiß haben, das gellt einzunemmen. Wo aber sach wàr,
das ainer auß den alltn khnechten on ursach saumig und nachlassig sein wurdt, sol er an
alle gnadt ainphuntwachsgeben.Welcherkhnechtoder junger aber außgeschàfft seines
maistersoderannderehafftnursachenselbstnichterscheinenoderkhomenmòcht, so sol
er den wochenphening schikhen pey seinem geselln. Welcher aber sein gellt nicht pracht
oder schickhetvorzwelffn,der soll vierpheningzupueßgeben.Woeraberaußungehor-
sam vier wochen außbelib, derselb soll mit ainem halben phunt wachs gestrafft werden.
Und wo ainer daruber verrukhet, weckhzug und den wochenphening wekhtrueg, dem
solledurchmaisterundkhnechtdeshanndtwerchsnachgeschribenwerden,wiegeprauch
ist.
[2.] Item ob der eltistn khnecht ainer oder meer, so den slussl zu der puchsn haben,
wanndernundweckhziehen,sosolerdenslussldemeltistnkhnecht inderselbigenwerch-
stat antburtten.Woer aber solchesnit thàtunddaruber verrukhetundweckhzug, sol im
nachgeschribenwerdenals ainemungehorsamen.
[3.] Item wo von noten zu volfuerung des gotsdiennst oder in annder weg gellt auß-
zugeben, sollen die allten drey knecht gwallt daruber haben, die notturfft auszugeben,
dochb das solleches allesmitwillenundwissender anndernkhnechtbescheen sol.
[4.] Item ain yeder khnecht sol zu den vier quottemern, dergleichen zu unnser
Frawentagen,Allerseelen [2.November] undGotsleichnambstagzudemopherundumb-
ganng nach allter gewonhait komen und geen, sich zu der proceß ersam und zichtig
hallten,auchaußderproceß,vorganntzenumbgannginkainkelleroderannderstwohinc
laufen noch geen, biß der umbganng fur ist. Welcher aber solches uberfuer, der sol umb
zwayphundwachsgestrafftwerdenonalle gnad.
352 a–aÜber der Zeile von gleicher Hand mit Verweiszeichen eingefügt. b Ab hier bis zum Schluss von anderer
Hand. c Danachwahrscheinlich nit gestrichen.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen