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Nr.352 537
[5.] Item ain yeder khnecht sol an sannd Loytag [1. Dezember] zu dem [225v] opher
khomen,beypeenund straff aineshalbenphundwachs.
[6.] Item ain yeder knecht, der sich ein lasst schreiben in die bruederschafft, der sol
geben in die bruederschafft aindliff phenning. Und wo er dann hie oder anndern orten
ableibet und solches dem hanndwerch und bruederschafft alher verkonndet wurd, soll
man in es an ainem freitag begeen mit ainem selambt, darzue ain yeder khnecht zu dem
opherbeyderpeenaineshalbenphundwachskomensolle.
[7.] Item ain yeder khnecht, der zu angezaigtem gotsdinst, ophern und umbganng
kombt,der solderselbenzeit kainweer an ine tragen.
[8.] Itemsysollen inauchvonderbruederschafftwegenkainenfeyrtag inderwochen
nitnemen.
[b] Ordnungd undmanzu˚chtderkhnecht, auch irwannderzeitd:
[1.] Item die khnecht berurtes hanndwerchs sollen von kainem maister nicht auf-
steen noch wanndern dann alain in den funf gewonndlichen wannderzeiten, wie von
alter herkomen ist, als zu den Ostern, Phingsten, sannd Jacobstag [25. Juli], zu sannd
Michelstag [29. September] und zu den Weichnachten. Und wo also ain khnecht wann-
dern und wegziechen vor oder nach der wannderzeit, sol er solches ainem maister acht
tagvoranaufsagen,undain lonjunger vierzechen tag zwischenderwannderzeit aufsagen.
Undwannain lonjungerwanndernwill zuderwannderzeit, sol er ainemmaister acht tag
darvor aufsagen.
[2.] Item die maister sollen und mògen in auch jàrlich ainen vater und herberg von
wegen der fròmbden hergewonderten knecht erwellen, doch an derselben kain besamb-
lungnichthallten, es seydannmit verwilligungburgermaisterund rats.
[3.] Item es soll kain khnecht mit dem anndern noch in annder weg mit wurfeln
oder karten auf offen plàtzn, schollertischen, bey wein noch anndern orten nicht spillen,
sonnder allain zu den Weinachten vierzechen tag umb das trinckgelt und nicht lennger
erlaubt sein. Welcher aber solches uberfuer oder ain annder khnecht, der solches zuesa-
che und nit anzaiget, sollen baid taill gestrafft werden. Item wo sy ain khnecht in aines
maister hawß, bey der puchssen, gemainer versamblung der khnecht oder anndern orten
sich uberweynet, unzimlich hielte mit worten oder [226r] werchen, der soll in der straff
sein. Dergleich welcher khnecht solches sàche und nit anzaiget, sol auch gestrafft werden
imganntzenhanndwerch.
[4.] Item kain khnecht sol seinen maister, dabey er arbait, bey tag oder nacht durch
unerber frawen sein hawß nit uneren und schmàchen, sonnder welcher solches uberfuer,
sol bey kainen maister kain arbait haben noch gefurdert werden. Wo ainer dem anndern
verpotne wort gàbe, wo oder wie das geschàche, und mitainander kriegeten, rauffeten
oder zugeenweeruberainannder, die sollen inder straff seindes ganntzenhanndwerchs.
[5.] Item wann ain khnecht bey ainem maister ist und in ainem rosstall stòret und
das trinckgelltdarumbeneinnamenundthàte solches an seinesmaistersundderkhnecht
willen und wissen, oder solches den khnechten nit anzaiget, der soll in der straff sein des
hanndwerch,wieobenvermeldet.
[6.] Item ain yeder khnecht soll kain weer zu dem vater, zu der puxn noch in des
maisters stuben nit tragen. Welcher solches uberfuer, der soll in der hanndwerch straff
sein.
d–d ImTextdurchAuszeichnungsschrift hervorgehoben.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen