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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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552 Glossar – verglaste heven: helle, oxydierend gebrannte Keramik, bei der die Oberfläche durch eine Glasur weniger rauwar als beidenbeidenanderengenanntenTopfgattungen101. Doppeltasche (topltasche): auch „Gretchentasche“ genannt, zwei miteinander verbundene Lederta- schen, die an einem längeren Band in Kniehöhe getragen wurden; um 1500 ein Statussymbol wohlhabenderBürgerinnenundBürger102. Drechsler:HerstellereinfachenMobiliarsbzw.einfacherGegenständedeshäuslichenAlltagsbedarfs aus Holz; bearbeitet wird dieses Werkstück durch Drechseln bzw. Drehen in der Horizontalen umdie eigeneAchse103. Trensenmacher (pismacher): Hersteller von Trensen, also von Gebissstücken als Bestandteil des Zaumzeuges vonPferden104. trigler: eineTuchgattungvonmindererQualität imGegensatz zuden→Kerntüchern105. Trögler: städtisches Amt, das für die Erhaltung der Bottiche und Tröge am Fischmarkt (Teil des Hohen Marktes) zuständig war. Die Fischverkäufer durften diese hölzernen Gefäße nur gegen Entrichtung von Gebühren benutzen. Zwischen 1452 und 1485 war das Trögelamt an Wiener Bürger (durchgehendFischer) verpachtet, ab1485versahes ein städtischerAngestellter106. Drudenfuß(trutenfus):hierwahrscheinlicheinTischfuß,derals fünfeckigerSternausgebildet ist107. Tuchscherer, Tuchbereiter: appretierten neues Gewebe, verliehen diesem also durch entsprechen- de Bearbeitung ein besseres Aussehen und größere Festigkeit, und frischten altes Gewebe auf. DieAppreturbestandausmehrerenProzessen:ZunächstwurdendieTuchegerauht,danachauf einen Holzrahmen aufgespannt und getrocknet, weiters – als zentraler Arbeitsschritt – geschert. Die Tuchbereiter führten – im Gegensatz zu den Tuchscherern – schließlich noch als letzten Arbeitsschritt das Pressen der Tuche zwischen zwei heißen Platten durch, was eine zusätzliche GlättungdesProduktsbewirkteundesdadurchhöherwertigermachte108. E Einstoßen (instossen) des Leders: Tätigkeit des Gerbers/Lederers, der das Leder in die Beizkufen, also inobenoffenehölzerneGefäße, einstößt109. eysendachteinheven s. unterTöpfe Eisenzieher: auch Drahtzieher; stellte Eisendrähte her. Voraussetzung für den Drahtzug war das Drahtschmieden, bei dem das jeweilige Metall gespalten und mit dem Hammer bis zu einem bestimmten Durchmesser bearbeitet wurde; danach wurden diese sogenannten→Zaine durch dieLöcher einesZieheisens gezogen,wodurchderDrahtdünnerund längerwurde110. Erbbürger: ursprünglich eine abdem13. Jahrhundert fassbareGruppevon lehensfähigenBürgern, die Inhaber einer städtischen Grundherrschaft waren, genauer eines Grundstückes, bei dem die Oberherrschaft des landesfürstlichen Stadtherrn nicht in Erscheinung trat. 1278 erklärte König Rudolf I. auch nicht rittermäßige Wiener Bürger für lehensfähig, 1360 wurden mit der durch Herzog Rudolf IV. verfügten Ablösbarkeit der städtischen Grundrechte auch die letzten Privi- legien dieser führenden Oberschicht beseitigt. Von nun an galten diejenigen Wiener Bürger als 101 N      ,Bodenfund21. 102 G   , Ledermuseum47;D      ,Mode122. 103 R    ,Handwerk64–68. 104 F   ,Beiträge257;U     ,Gewerbe655. 105 DWB 22 (1952)513. 106 C     , LexikonWien5480. 107 K     ,Alltagsleben45. 108 C     , LexikonWien5487;R    , Lohn148–151. 109 A      ,Wörterbuch11752; DWB 3 (1862)314. 110 P    ,Thesaurus71–73;R    ,Handwerk60–64.
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Title
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Subtitle
(1364–1555)
Author
Markus Gneiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Size
17.3 x 24.5 cm
Pages
674
Keywords
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
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