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Geisteswissenschaften
Handwörterbuch der Philosophie
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Page - 137 - in Handwörterbuch der Philosophie

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137 knüpfbaren („Unding") und zum Nichtseienden, dem Nichts (s. d.). Durch Erweiterung ihres Inhaltes läßt sich die logische Kategorie (s. d.) „Ding" auf alles anwenden, was wir zum Subjekt eines Urteils machen, also auch auf Eigenschaften, Vorgänge, Beziehungen (durch Im engern Sinne ist das Ding (das „Einzelding", das „Außending") relativ Selbständiges, Einheitliches, für sich Seiendes, von anderem Existierendes; etwas, dessen Merkmale, Veränderungen im des Ge- schehens konstant verknüpft bleiben, was sich als Einheit, als von Wirkungen und als Angriffspunkt von solchen mehr oder weniger beharrlich erhält. Die „Dinge" sind uns nicht gegeben, sondern auf Grund beständiger Zusammenhänge faßt das Denken Mannigfaltigkeiten von (gegebenen und möglichen) Erfahrungsinhalten zu festen Einheiten zusammen, die es zuerst nach Analogie des eigenen, einheitlich-be- ständig-tätigen Ich auffaßt, deutet, wertet (als An Stelle naiven Dingbegriffs setzt die naturwissenschaftliche Erkenntnis gesetzlich ver- knüpfte Zusammenhänge begrifflich fixierter Elemente und deren Relationen (s. Substanz), wobei sie sowohl von den sinnlich gegebenen Qualitäten (s. d.) der Wahrnehmungsdinge als auch vom „Innensein" der Dinge, wir ihnen analog unserem eigenen Innensein (als wollend-tätiges Subjekt) ein- legen (s. Introjektion), abstrahiert, so daß sie hier nur mit objektiven „Erschei- nungen" (s. d.), mit Gegenständen eines „Bewußtseins überhaupt" zu tun hat, welche zwar vom nicht aber von der Ge- setzlichkeit des Erkennens unabhängig sind (s. Objekt). das „An sich" der Dinge kümmert sich die Naturwissenschaft nicht direkt, nur um die und Weise, wie für jeden Erkennenden die Wirklichkeit sich notwendig und allgemein darstellt und gedacht werden muß. Die „Dinge" der sind also von den Vorstellungen, die der Einzelne von ihnen hat, sowie von dessen Empfindungen, wohl zu unterscheiden, als eindeutig, bestimmte Einheiten, die für jedes Subjekt die gleichen oder sein können. Im Verhältnis zueinander und zum Ich bilden die Dinge eine Vielheit (s. d.) relativ selbständiger und konstanter faktoren und Kraftzentren, was nicht hindert, daß sie letzten Endes (meta- physisch) Modifikationen einer einheitlichen Wirklichkeit oder Knotenpunkte eines stetigen Werdens (s. d.) sein könnten. Der Realismus (s. d.) betrachtet die Dinge als vom erkennenden Bewußtsein oder vom Ich unabhängige Wirklichkeiten. Der subjektive Idealismus (s. d.) hält sie für bloße Vorstellungen, Wahrnehmungsinhalte, der (idealistische) für Komplexe von Empfindungen. Der kritische Idealismus sieht in den Dingen Gegenstände des überindividuellen „Bewußtseins überhaupt" oder metho- disch erarbeitete, denkend gesetzte Gebilde, gesetzliche Verknüpfungen von begrifflich fixierten Inhalten. Der objektive Idealismus faßt die Dinge Inhalt eines universalen, göttlichen Bewußtseins auf. Der objektive Phäno- menalismus (s. d.) bestimmt sie als Erscheinungen von „an sich" bestehenden (s. Ding an sich). Der pantheistische Monismus hält die Dinge für Modifikationen eines einheitlichen Wesens (s. Gott, Vielheit). Der Aktualis- (s. d.) sieht in ihnen nur Ausschnitte aus einem stetigen Werden, Ver- dichtungspunkte des Geschehens. Über das Ganze ist der Artikel „Objekt" heranzuziehen; im
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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