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146 Dissimilation
wechselnden Bedingungen geschaffenen Dispositionen in Wirksamkeit gesetzt und
dann ihre Leistungen verglichen werden (Methode der behaltenen Glieder;
der Gedächtnisspanne; Erlernungsmethode; M. der Treffer und Zeitmethode;
M. der Hilfen; der „identischen Reihen", 1. c, S. ff.; vgl. „Reproduk-
tion" und die Literatur daselbst). Vgl. WITASEK, Archiv f. systemat. Philo-
sophie III. Vgl, Gedächtnis, Perseveration, Assoziation.
Dissimilation s. Assimilation, Gesichtsempfindung, Organismus.
(Auflösung) ist im Besondern der Gegensatz zur
zur differenzierenden Entwicklung (SPENCER). Die D. auf allen Gebieten
nntersucht besonders LALANDE. Die D. arbeitet im Sinne der Differenzen und
bringt schließlich alles in ein harmonisches Gleichgewicht (La
S. 5 ff., 70 ff., 456; ähnlich TARDE). Vgl. Entropie.
Dissonanz s. Konsonanz, Schwebimg. Vgl. WUNDT, Grundr.
1900, S. 119 f.; ferner die einschlägigen Arbeiten von
STUMPF U. a.
Dissoziation bedeutet (seit PARISH) psychologisch den Zerfall von
wußtseinszusammenhängen, die Aufhebung, Verhinderung einer
z. B. durch Affekte. Vgl. JAMES, Psychol., 1891, S. 251; LIPPS, Leitfaden
1906, S. 98 ff.; CLAPAREDE, L'association des 1903, S. 359 f.;
MORTON PRINCE, La dissociation 1911.
stinkt: deutlich, unterschieden. Vgl. Klarheit, Unterscheidung.
Division s. Einteilung. sive Urteile sind Urteile von der Form:
S ist teils P. teils teils (vgl. LINDNER-LECLAIR, Logik, S. 73).
Docta ignorantia : (gelehrtes, bewußtes Nichtwissen, d. h. das Wissen
von der Unerfaßbarkeit Gottes als des Unendlichen, der über alle positiven
erhaben ist und zugleich alle Gegensätze zur Einheit verbindet („in
divina complicatione absque differentia coincidunt"). So lehrt
nach welchem Gottes Wesen unbegreiflich ist. Je mehr wir uns
dieser Unerfaßbarkeit seines Wesens bewußt sind, desto einsichtsvoller sind
In der „d. ignorantia" umfassen wir das Unbegreifliche in unbegreiflicher
Weise („ad hoc ductus sum, ut incomprehensibiliter
plecterer in docta ignorantia", De docta I, 1; 26; II, III,.
peror.). Die d. i. führt zur mystischen, unbegreiflichen Schauung Gottes („visio
sine 1. c. I, 26). Ähnlich lehrt BOVILLUS (De nihilo II, 7);
ferner (De ente, 1601), CAMPANELLA, LOCKE („avowed ignorance"),
MONTAIGNE, GASSENDI, PASCAL („ignorance — Den Begriff
der i." bat zuerst AUGUSTINUS (Epist. ad 130, K. 15, § 28); ferner
AREOPAGITA BONAVENTURA (vgl.
Archiv f. Gesch. d. Philos. VIII). Vgl. Gott.
Dogma Lehrsatz philosophischen oder theologischen
unumstößliche Lehre. Vgl. CICERO, IV, 9; KANT, Krit.
rein. Vern., S. 616; 1894, 3,482.
Dogmatlker ist, wer Dogmen, feste Behauptungen und Lehren
stellt, besonders im Gegensatz zum Skeptiker d.) in diesem
Sinne bei PASCAL u. a., z. B. bei CHR. WOLFF (Psychol.
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften