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Handwörterbuch der Philosophie
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152 Ebenmerklich — Egoismus. Aussage eines andern menschlichen Individuums angenommen wird". Die zerfallen in „Elemente" (s, d.) und „Charaktere" und sind Aussageinhalte, die von den „Schwankungen" des „System C) abhängig sind (Krit. der reinen Erfahrung, 1889-90, I, 15; 16 ff.). s. Schwelle. Eduktion (eductio) heißt bei den Scholastikern der Hervorgang einer „Form" (s. d.) aus der Potenz des Stoffes („eductio de potentia SUAREZ, metaphys. I, 15, 2; „productio formae in materia ab agente naturali", MICRAELIUS, Lex. philos. 1653, Sp. 365). spontane, aktive Anstrengung des Willens, nach M. DE die Quelle des Kraft- und Kausalitätbegriffes (s. d.). Vgl. Objekt. Egoismus bedeutet: 1. (früher) den „Solipsismus" (s. d.; = tischer E."); 2. als E.: den Standpunkt des Eigennutzes, des Handelns aus Motiven, welche auf die Förderung des eigenen Ichs, des eigenen Wohles abzielen, mag auch unter Umständen die Handlung anderen nützen; im engeren Sinne: die rücksichtslose Selbstsucht, die auf Kosten des Wohles anderer nur auf das Wohl des eigenen Ichs schaut, um Interessen unbekümmert ist, brutal sich über sie hinwegsetzt, im Unterschied vom — vielfach berechtigten — gemäßigten, „natürlichen" E., der mit einem „Altruismus" (s. d.) vereinbart ist (vgl. Interesse). Eine Definition des E. gibt KANT, der dazu neigt, allen (s. d.) als egoistisch zu bezeichnen; er nennt einen moralisten Egoisten jenen, welcher „alle Zwecke auf sich selber einschränkt, der keinen Nutzen worin sieht, als in dem, was ihm nützt, auch wohl als Eudämonist bloß im Nutzen und der eigenen Glückseligkeit, nicht in der Pflichtvorstellung, den obersten Bestimmungsgrund seines Willens setzt" (Anthropologie I, § 2). Nach MEINONG begehrt egoistisch, „wer begehrt um der eigenen willen" (Werttheorie, 1894, S. 97 ff.). Anlich LIPPS (Ethische Grundfragen, 1899, 10), SIGWART, (Vorfragen d. Ethik, 1886, S. 6) u. a. Während nach manchen schon das Lustmoment eines Beweggrundes ein Wollen zu einem egoistischen macht, be- steht nach vielen anderen ein E. erst da, wo die eigene Lust zum eigentlichen Zwecke des Handelns gemacht wird. Nach PAULSEN gibt es in Wahrheit keinen absoluten Egoisten (System d. Ethik, 232; vgl. THILLY, in d. Ethik, 1907, S. 194 ff.). Die egoistischen Motive als primäre Quelle des (sittlichen) Handelns betonen HOBBES, SPINOZA, LA ROCHEFOUCAULD flexions, 1665), LA BRUYERE (Les MANDEVILLE (Fable of the Bees, 1714), LAMETTRIE, a. Auch SCHOPENHAUER, der altruistische Mitleidsmoral vertritt, meint: „Die Haupt- und Grundtriebfeder im Menschen wie im Tiere ist der Egoismus, d. der Drang zum Dasein und Wohlsein" (Über d. Gruhdl. d. Moral, § Nach H. SPENCER kann auch die altruistische Freude Grunde stets nur ego- istisch sein, aber sie ist wenigstens nicht bewußt egoistisch d. Ethik, 1882 I, § 96). Daß der Egoismus dem Altruismus nicht vorangeht, lehren SPENCER, DÜHRING, WUNDT, HÖFFDING u. a. Den vertreten die Sophisten, die Kyniker, kureer. Einen gläuterten E. lehrt SPINOZA, nach welchem der
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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