Page - 161 - in Handwörterbuch der Philosophie
Image of the Page - 161 -
Text of the Page - 161 -
Elan vital Element. 161
Die Weltherrin und ihr Schatten). Vgl. G. Die Ektropie der Keim-
systeme, 1900 (von ihm der Ausdruck
Elan Lebensschwung, Lebensantrieb s. Leben, Entwicklung
(BERGSON).
Eleaten heißen die meist aus in Unteritalien stammenden oder dort
lehrenden Philosophen, welche die Einheit und Unveränderlichkeit des Seins
die Nichtigkeit des Werdens d.) und der Vielheit (s. d.) betonen
von Kolophon, PARMENIDES, ZENON von MELISSOS).
Eleatismus im weiteren Sinne ist die Lehre von der Unveränderlichkeit, der
absoluten Beharrlichkeit des Seienden (PLATON, Megariker, SPINOZA, HERBART,
n. a.), im Gegensatz zum „Heraklitismus". Vgl. Sein, Substanz, Bewegung,
„Achilleus", Gott.
Elektra: Name eines Trugschlusses der Megariker, ähnlich dem
(s. Enkekalymmenos).
Elektron s. Atom.
nennt AD. BASTIAN die allen Völkern gemein-
samen, aus gleichartiger Organisation des Geistes entspringenden Anschauungen
(z. B. der Animismus; vgl. Ethnische Elementargedanken in der Lehre vom
Menschen, 1895). Vgl. Völkergedanken.
s. Ästhetische E.
Element dgxrj), physisches, ist ein (wenigstens
bisher) qualitativ nicht zerlegbarer, einfacher Stoff als Bestandteil von Körpern,
Grundstoff, der aber als aus gleichartigen Atomen (s. bestehend ge-
dacht werden kann. Gegenwärtig zählt man etwa 80 chemische Elemente.
Mancherseits (PROUT U. a.) wird angenommen, daß die verschiedenen Elemente
nur Modifikationen eines Urelements sind. In früheren Zeiten glaubte man an
die Umwandelbarkeit von Elementen ineinander, auf welcher Annahme die
Alchimie beruht. Neuerdings haben RAMSAY, SODDY U. a. die Verwandlung
von Radium in Helium und andere Elemente dargetan, wobei es sich aber doch
noch fragt, ob hier wirkliche Elemente in andere übergegangen sind oder ob
die scheinbare „Umwandlung" nicht etwas anderes bedeutet.
Die Lehre von den „vier Elementen" (Erde, Wasser, Luft, Feuer) findet
sich bei dem Inder KANADA, EMPEDOKLES, der die E. „Wurzeln" der Dinge
nennt (Diog. Laert. VIII, 76); die (Diog. Laert.
2b) und ARISTOTELES nehmen dazu noch den Äther (s. d.). Nach PARMENIDES
sind die E. Feuer und Wasser. Nach PLATON sind (wie nach den Pythagoreern)
die E. regelmäßige Körper, die nach ihm aus kleinen, rechtwinkligen Dreiecken
bestehen, so daß ein Element sich in ein anderes umwandeln kann
53 C, 54 E). Nach ARISTOTELES bestehen die Elemente aus das
Feuer aus dem Warmen und Trockenen, die Luft aus dem Warmen und
Feuchten, das Wasser aus dem Kalten und Feuchten, die Erde aus dem Kalten
nnd nur der Äther ist ungemischt (De gener. et corrupt. II, vgl.
Metaphys. V, 3). Als „elementa" bezeichnet LUCREZ die Atome (s. d.). Das
Mittelalter denkt bezüglich der E. meist ähnlich wie ARISTOTELES. Nach
WILHELM VON CONCHES ist das E. ein einfacher, kleinster Teil des Körpers, wie
nur gedanklich erfaßt wird. In jedem der vier Elemente ist etwas von der
Handwörterbuch. 11
back to the
book Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften