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Handwörterbuch der Philosophie
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172 Energie. „energetisch" gebraucht von G. BRUNO (Opera 347: „vis seu GLISSON (De natura substantiae energetica, 1672) u. a. — Im 18. Jahrhundert ist öfter von der „Energie" des Willens u. die Rede. Den Begriff der „lebendigen Kräfte" (im Unterschiede von den „toten")' hat schon LEIBNIZ, nach welchem die Menge der Kraft und ihrer Rich- tung (s. d.) im Universum konstant bleibt (Hauptschriften I, ff.; 157 ff.), was auch HUYGENS (Horologium oscillatorium IV) und de dynamique, 1743) lehren. Dieses Gesetz wurde im 19. Jahrhundert empi- risch gefunden (mechanisches Äquivalent der Wärme: R. MAYER, 1842; J. JOULE, 1850) und von COLDING, JOULE, ROB. MAYER, HELMHOLTZ begründet. Nach R. MAYER, der das Energieprinzip für eine unmittelbare Konsequenz des Kausalprinzips hält (so auch RIEHL, WUNDT, DRIESCH U. ist die Kraft im All unzerstörlich; es gibt nur eine Kraft: „Im ewigen Wechsel kreist dieselbe in der toten wie in der lebenden Natur" über die Kräfte der unbelebten Natur, 1842; Die organische Bewegung, 1845; Bemerk.. über das Äquivalent der Wärme, 1850; Über die Erhaltung der Energie, hrsg. 1889). Nach HELMHOLTZ kann lebendige Kraft eine ebenso große Menge Arbeit wiedererzeugen, wie die, aus der sie selbst entstanden „Alle Veränderung in der Natur besteht daß die Arbeitskraft ihre Form und ihren Ort wechselt, ohne daß deren Quantität verändert wird. Weltall besitzt ein für allemal einen Schatz von Arbeitskraft, der durch keinen Wechsel der Erscheinungen verändert, vermehrt oder vermindert werden (Vorträge u. Reden I4, 33 ff., 187 ff.). Nach MACH gilt das Energieprinzip nur für jene Fälle, wo Prozesse wieder rückgängig gemacht werden können (Wärme- 1900, S. 345; vgl. Die Geschichte u. die Wurzel d. Satzes der der Arbeit, 1872; 2. A. 1909). Anhänger einer qualitativen, absoluten Energetik (s. d.) sind MACH, (Die Energetik, 1898) u. a., besonders der Begründer derselben W. OSTWALD, welcher sie den „wissenschaftlichen Materialismus" der mechanisch-atomistischen Naturauffassung überwinden will und in der Energie dem Physischen und Psychischen gemeinsame Geschehen erblickt. Die Energie ist die wahre „Substanz" der Dinge, die selbst nichts sind als Kom- plexe verschiedener Energien; alles, was wir von der Außenwelt wissen, Energien, nicht unbekannte „Kräfte", u. dgl. Die (s. d.) ist nur eine „räumlich zusammengesetzte Gruppe von Energien". Die be- stehen aus der Kapazität für Bewegungsenergie („Masse"), Formenergie, Volum- energie (Raumerfüllung), Lagenenergie (Gewicht) und chemischer Energie. Alles- Geschehen ist entweder Wanderung der Energie im Raum oder Umsetzung ver- schiedener Energiearten ineinander. E. selbst ist eine „Größe von immaterieller mit verschiedenen „Erscheinungsformen". Sie ist „Arbeit, oder alles, was Arbeit entsteht und sich in Arbeit umwandeln läßt" (Die Energie und Wandlungen, 1888; Die Überwind. d. wissenschaftl. Materialismus, 1895; Vorles. über Naturphilos.8, 1905; Die Energie, 1908; Grundriß d. Natur- philos., 1908, u. a.; vgl. Organismus, Kultur). Es gibt auch eine oder Nervenenergie (vgl. Psychisch). wendet die Energetik auch auf kulturelle und soziale Leben an und stellt einen „energetischen Imperativ" Verschwende keine Energie, verwerte sie! (Annalen der Naturphilos. X, 1911; Der energetische Imperativ, 1912; vgl. Kultur). Gegen die Einseitigkeit der reinen Energetik sind BOLTZMANN, HÖFLER, E. V. HARTMANN
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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