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Handwörterbuch der Philosophie
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186 Erfahrung. U. a.). CHR. WOLFF, nach welchem das Empirische durch „vernünftige Gedanken" begründet werden muß, definiert E. als „die Erkenntnis, dazu wir gelangen, indem wir auf unsere Empfindungen und die Veränderungen der Seele acht haben" Gedanken von den Kräften des menschL Ver- standes, K. V, § 1). Die Erfahrungen sind „Sätze von einzelnen Dingen" (1. c. § 2 ff.). Daß alle Erkenntnis mit der E. einsetzt, aber Faktoren, „Formen" enthält, welche nicht aus der E. stammen, sondern Bedingungen objektiver E. sind, diese erst möglich machen, lehrt der von KANT begründete Kritizismus. Bloße E. gibt Urteilen keine strenge Allgemeingültigkeit und Notwendigkeit, sie lehrt uns nur „was da sei und wie es sei, niemals aber, daß es notwendiger- weise so und nicht anders sein müsse" (Prolegomena, § 14). Wahrnehmung ist noch nicht sondern wird zu einer solchen erst durch intellektuelle For- mung. Sie besteht in der „synthetischen Verknüpfung der Erscheinungen in Bewußtsein, sofern dieselbe notwendig ist". Die E. ist nur durch (s. d.) Begriffe, die Kategorien (s. d.), und Grundsätze (s. Axiom) möglich, welche das Wahrnehmungsmaterial zu allgemeingültigen, objektiven Einheiten verknüpfen. Zur „Materie" der E. kommen die Formen der Ein- heitsverknüpfung, zu der auch Raum und Zeit gehören, hinzu. E. beruht „auf synthetischen Einheit der Erscheinungen nach Begriffen von einem Gegen- der Erscheinungen überhaupt, ohne welche sie nicht einmal Erkenntnis, sondern eine Rhapsodie von Wahrnehmungen sein würde". „Die Erfahrung hat also Prinzipien ihrer Form a priori zum Grunde liegen, nämlich allgemeine Regeln der in der Synthesis der Erscheinungen." Apriorische Er- kenntnis ist nur möglich, weil „die Bedingungen der Möglichkeit der Er- fahrung überhaupt . . . zugleich Bedingungen der Möglichkeit der Gegen- stände der Erfahrung" sind. Möglich ist E. nur durch die einer notwendigen Verknüpfung der Vorstellungen". E. ist eine Erkenntnis, -die „durch Wahrnehmungen ein Objekt bestimmt". „Sie ist also eine thesis der Wahrnehmungen, die selbst nicht in der Wahrnehmung enthalten ist, sondern die synthetische Einheit des Mannigfaltigen derselben in einem Bewußtsein enthält, welche das Wesentliche einer Erkenntnis der Sinne, d. i. der Erfahrung . . . ausmacht" (vgl. Analogien). sind von bloßen zu unterscheiden; erstere erfordern ursprüngliche, apriorische Verstandesbegriffe, Kategorien, welche machen, daß das Erfahrungsurteil objektiv gültig ist. Nur jene empirischen Urteile sind Erfahrungsurteile, bei welchen Wahrnehmungen unter apriorische subsumiert werden (z. B.: Die Sonne erwärmt den Stein, ist ein Ur- teil, welches den Begriff der Kausalität enthält; Prolegomena, § 18 ff.). E. ist ein Produkt des Verstandes, der den „rohen Stoff sinn- licher Empfindungen bearbeitet". Sie ist ein Zusammengesetztes aus dem, was wir durch Eindrücke empfangen (dem „Gegebenen") und dem, „was unser eigenes Erkenntnisvermögen (durch sinnliche Eindrücke bloß veranlaßt) aus sich selbst Erkenntnis, auch apriorischer Art, gibt es aber nur „in dem Ganzen aller möglichen Erfahrung", nur von Erscheinungen (s. d.), d. h. Gegenständen einer möglichen Erfahrung. Das Unerfahrbare, Transzendente d.) ist kein Gegenstand der Erkenntnis (s. Ding an sich; vgl. Krit. d. rein. Vern., S. 35 ff., ff., 647 ff.). Innere E. ist nicht ohne äußere E. möglich
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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