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Handwörterbuch der Philosophie
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Erfahrung. 187 c. S. 211; vgl. Objekt). — Vgl. COHEN, Kants Theorie der E.2, Kants Lehre vom innern Sinn, 1900; Philos. des Erkennens, 1911. Ähnlich wie KANT lehren F. A. LANGE, LIEBMANN, B. BAUCH U. a., NATORP (Die logischen Grundlagen der exakten Wissenschaften, 1910), U. a. „Neukantianer", von denen Teil (besonders COHEN, NATORP U. a.) die E. als Erzeugnis des methodischen Denkens auffaßt «(vgl. Kategorien, Idealismus). — Nach B. KERN enthält schon der ein- fachste Erfahrungsvorgang ein Denken (Das Erkenntnisproblem2, 1911, S. 214). Nach F. J. SCHMIDT ist E. der „Inbegriff der einheitlichen Ver- knüpfung aller Bewußtseinsbestimmungen Erkennen heißt, „sich der konstituierenden Bedingungen der Erfahrung individuell bewußt werden" (Grdz. d. konstitutiven Erfahrungsphilos., 1901, S.89 ff.). — Nach PETRONIEVICS F. rationale, evidente Tatsachen als Grundlagen der Mathematik Metaphysik d. Metaphys. I 1, 1904, S. XXV ff.). Daß zur Erkenntnis (s. d.) Erfahrung und Denken gehören, betonen die meisten Philosophen. So SCHLEIERMACHER, HERBART (vgl. Widerspruch), BENEKE, LOTZE, ED. V. HARTMANN, VOLKELT (Die Quellen der menschL 1906; u. Denken, 1886), RIEHL, nach welchem E. „ein sozialer, kein individuell-psychologischer Begriff", ein Produkt des „gemein- schaftlichen oder intersubjektiven Denkens" ist, das aber etwas „Überempi- risches", die Gesetzlichkeit (Identität, s. d.) des Bewußtseins enthält (Der phüos. Kritizismus f., II 1, S. 3 f.; II 2, S. 64 f.; Zur in d. Philos., 1908, S. 69, 244), WUNDT, nach welchem reine E. und reines Denken „be- griffliche Fiktionen" sind (System d. Philos. 1907, vgl. Psychologie), KÜLPE (Philos. der Gegenwart, 1908, S. 20 f.), STÖRRING in d. Erkenntnis- theorie, 1909), A. MESSER in die Erkenntnistheor., 1909), EWALD <Kants krit. Idealismus, 1908) u. a.; JERUSALEM, JODL, MEINONG (Die Er- unseres Wissens, 1906, S. 14 ff.), STUMPF, E. DÜRR, HÖFFDING (Der menschL Gedanke, 1911), CASPARI, BAUMANN, HEYMANS, DORNER U. a. Aus der E. leiten alle Erkenntnisse ab J. ST. MILL (S. Induktion), (S. Positivismus), DÜHRING, CZOLBE, UEBERWEG, C. GÖRING (Über den Begriff der E., Vierteljahrsschr. f. wiss. Philos., 1877 f.), E. LAAS (Idealismus u. Positivismus, 1879—84), U. a. — Den Standpunkt der „reinen", von den „Zutaten" des Denkens möglichst zu befreienden E. vertreten ver- schiedene Positivisten. So AVENARIUS ; „reine" E. ist ein „Ausgesagtes", das „in allen seinen Komponenten rein nur Bestandteile unserer Umgebung zur Voraus- setzung hat" („synthetischer" Begriff der reinen E.) oder die E., „welcher nichts beigemischt ist, was nicht selbst wieder Erfahrung wäre" („analytischer" Begriff d. E.; Krit. d. rein. Erfahr., 1888—90, S. vgl. Introjektion, Weltbegriff). Daß alle Erkenntnis Beschreibung von Erfahrungstatsachen ist, „Anpassung" (s. d.) des Denkens an die E. betont E. MACH (vgl. Ökonomie). Nach H. CORNELIUS besteht alles Wissen in der unserer bisherigen Erfahrungen und der darauf gegründeten Erwartungen für die Zukunft" (Einleit. in d. Philos., 1903, S. 256). H. GOMPERZ vertritt einen „Pathempirismus", nach welchem die Kategorien (s. d.) sind, welche der „reaktiven" E. angehören (Weltanschauungslehre, 1908, I, 257 ff.). - Vgl. WILLY, Der Primärmonismus, 1908, S. VAIHINGER, Die Philos. des Als ob, 1911 (s. Fiktion).
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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