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188 Erfahrung — Erhaben.
Daß sich alle Urteile und die Postulate (s. d.) des Denkens in der E. erst;
bewähren müssen, betonen F. C. S. SCHILLER, JAMES (alle
liegt in der E.), JERUSALEM, HÖFFDING U. a. (vgl. Pragmatismus, Wahrheit,.
Axiom). Daß der E. ein „-Instinkt" zugrundeliegt, lehrt F. EODFN (Die
stinktbedingtheit der Wahrheit u. Erfahrung, 1912, S.
Nach BRADLEY ist das göttliche Absolute eine allumfassende, alles Seiende
in sich vereinigende (Appearance and Reality2, 1897). VgL
HODGSON, Metaphysic of Experience, 1898. — Vgl. Empirismus, Empirio-
kritizismus, Erkenntnis, Wahrnehmung, Form, Denkgesetze, Norm, A priori,
Anschauungsform, Kategorien, Axiom, Induktion, Wahrheit, Metaphysik,
Psychologie, Naturwissenschaft, Idealismus, Idee, Transzendent,
Transzendental, Erkenntnistheorie, Positivismus, Beschreibung, Tatsache,
innere, s. Wahrnehmung (innere), Psychologie.
teile s. Erfahrung (KANT).
(inventio, ist im der Logik die des
Mittelbegriffs oder Beweisgrundes; nach P. RAMUS bildet die Lehre von der
„inventio" den ersten Teil der Logik. VgL Psychologie de
19C0. VgL Soziologie (TARDE), Nachahmung, Ars magna.
Erfolg s. Pragmatismus, Wahrheit. Vgl. F. BODEN, Die Instinktbe-
d. Wahrheit u. Erfahrung, 1912, S. 23 f. — Erfolgsmoral heißt
der Standpunkt, wonach der Erfolg einer Handlung deren sittlichen Wert
bestimmt.
Erhaben (sublim) ist, was uns durch seine Größe, Gewaltigkeit
unsere Seele mächtig erweitert und uns auch zu der Idee des in ihm sich
darstellenden Unendlichen, des über das Kleinlich-Endliche Hinausliegenden
emporhebt. Das Gefühl des Erhabenen hat große Bedeutung für die Ästhetik
(vgl. Tragisch), Ethik, Religion.
Nach KANT ist erhaben, „was schlechthin groß ist", und „was nur
zu können, ein Vermögen des Gemüts beweiset, das jeden Maßstab der Sinne
übertrifft". „Erhaben ist also die Natur in derjenigen ihrer Erscheinungen, deren
Anschauung die Idee ihrer Unendlichkeit bei sich führt." Das Gefühl des Er-
habenen ist „ein Gefühl der Unlust, aus der Unangemessenheit der Einbildungs-
kraft in der ästhetischen Größenschätzung, und eine dabei zugleich
Lust aus der Übereinstimmung eben dieses Urteils der Unangemessenheit des
größten sinnlichen zu Vernunftideen". Wir werden uns hierbei
des Unbedingten, unserer eigenen sittlichen Bestimmung, die
über alles Naturhafte hinausragt, des „übersinnlichen Vermögens" in uns be-
unsere Gemütsstimmung selbst ist erhaben, unsere Fähigkeit, das Un-
endliche denken zu können (Krit. d. Urteilskraft, § 23 ff.). Das E. ist ein
Gegenstand, „dessen Vorstellung das Gemüt bestimmt, sich die Unerreichbar-
keit der Natur als Darstellung von Ideen zu denken". Das „mathematisch"
E., das Große der Anschauung (z. B. des unbegrenzten Ozeans) ist vom „dyna-
misch" E. zu unterscheiden, das auf das sich bezieht
(1. c. § dynamisch e. ist die Natur als Macht, die über uns (als
Wesen) keine Gewalt hat (1. c. § 28; vgl. Anthropol. II, § 66).
erklärt SCHILLER das Gefühl des E. als bestehend „einerseits aus dem
Gefühl unserer Ohnmacht und Begrenzung, einen Gegenstand zu erfassen, ander-
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book Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften