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Handwörterbuch der Philosophie
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204 Erscheinung. sprechen; real (s. d.) sind die E., sofern sie geordnete, gesetzlich verknüpfte Zusammenhänge sind. KANT, der zuerst wie LEIBNIZ die sinnliche E. von den durch die Begriffe des Verstandes erfaßbaren, „intellektuellen" Dingen unterscheidet (De sensibilis atque forma et 1770), bezeichnet später das „Ding an sich" das „Noumenon" (s. d.) als absolut unerkennbar, also alle Erkenntnis auf Erscheinungen, d. h. auf Gegenstände möglicher Erfahrung, so wie sie in den Formen unserer Anschauung (Raum und Zeit) und unseres Denkens (Kategorien) sich darstellen, ein. Auch sich selbst er- kennt das Ich (s. d.) nur als Erscheinung. E. ist, allgemein, „was gar am Objekte an sich selbst, jederzeit aber im Verhältnisse desselben zum Sub- jekte anzutreffen und von der Vorstellung des ersteren unzertrennlich (Krit. d. rein. Vern., S. 73). E. ist „der unbestimmte Gegenstand einer empi- rischen Anschauung". Das, was in der E. der Empfindung korrespondiert, ist die „Materie" der E.; „Form" der E. ist, was macht, „daß das Mannigfaltige der Erscheinung in gewissen Verhältnissen geordnet werden kann". Die reine Anschauung und der reine Verstand liefern, unabhängig von der Erfahrung, die Formen (s. d.) der E. Alles muß, um Erkenntnisobjekt werden zu in diese Formen eingehen, Raum, Zeit, Substantialität, Kausalität usw. sind Bestimmungen, welche den Dingen nicht an sich, sondern nur in Beziehung zu unserem Erkennen wir erkennen nur die Art, wie wir die Dinge wahrnehmen und denken müssen, mögen wir noch so weit ins „Innere" der Natur dringen. Die Erscheinungen selbst aber sind nicht Schein, sondern haben „empirische Realität" (s. d.), sie gelten für jedes erkennende sind Objekte (s. d.), auf welche sich die subjektiven Erlebnisse allgemein be- ziehen lassen. Erscheinungen, „Phänomena", sind durch Kategorien (s. d.) und Grundsätze (s. Axiom) einheitlich-gesetzlich verknüpfte Inhalte eines Bewußt- seins überhaupt. „Erscheinungen, sofern sie als Gegenstände nach der Einheit der Kategorien gedacht werden, heißen Phänomena" (3. c. S. vgl. Nou- menon, Objekt). Die „Phänomena" sind die Erscheinungen, „wie sie Gegen- stände der Erfahrung im durchgängigen Zusammenhange der Erscheinung müssen vorgestellt werden". Da wir ohne Anschauung (s. d.) nichts erkennen können, so kommen wir über den Bereich der E. nicht hinaus, mögen wir uns in die entfernteste Vergangenheit oder Zukunft versetzen und zur feinsten Struktur der Dinge vordringen. Wenn wir „unser Subjekt oder auch nur die subjektive Beschaffenheit der Sinne überhaupt aufheben", würden alle Ver- hältnisse der Objekte in Raum und Zeit, ja Raum und Zeit selbst verschwinden. „Was es für eine Bewandtnis mit den Gegenständen an sich und von aller dieser Rezeptivität unserer Sinnlichkeit haben möge, bleibt uns gänz- lich unbekannt." „Was die Dinge an sich sein mögen, weiß ich nicht und brauche es auch nicht zu wissen, weil mir doch niemals ein Ding anders als in der Erscheinung vorkommen kann." „Ins Innere der Natur dringt Be- obachtung und Zergliederung der Erscheinungen und man kann nicht wissen,. wie weit dieses mit der Zeit gehen werde" (vgl, Wahrnehmung). Als auf ein „An sich" hinweisend fassen die E. auf FRIES, SCHOPENHAUER (s. Objekt), HERBART (Lehre vom „objektiven Schein"; „Wie viel Schein, so viel Hindeutung auf Sein", Allgem. Metaphys. II, 320, 351), BENEKE, nach welchem die innere mehr als bloße E. bietet (so auch BUSSE, WUNDT, BRENTANO,. KREIBIG, BERGSON U. a.), TRENDELENBURG, LOTZE (Mikrokosm., 1856—64,
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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