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Eugenik — Evolutionismus. 211
des E. sind ferner FICHTE, HEGEL, E. V. HARTMANN, NIETSZCHE, WUNDT,
KÜLPE (Einleit. in d. Phüos.4, S. 324 ff.), WENTSCHER, H. UNOLD,
H. COHEN, NATORP, BRADLEY U. a. — Vgl. HEINZE, Der E. in der griechi-
schen Philosophie, 1883.
Eugenik s. Rasse.
Euhemerismus heißt die nach EUHEMEROS (Autor der
bezeichnete Ableitung des Götterglaubens aus der Vergöttlichung von
Heroen (vgl. CICERO, De natura I, 42).
Eukolie Heiterkeit, Frohsinn; Gegensatz:
(Stoiker).
Eukrasie (evxgaola): gute Mischung der Körperkräfte („bona corporis
temperies"), harmonisches Temperament. Gegensatz: Dysk ra s i e
temperies).
Eupraxie Rechttun, richtiges Handeln (vgl. XENOPHON,
9, 14; ARISTOTELES, Eth. I 11, 1101 b 7).
Eusebie Gottesfurcht, Frömmigkeit.
Euthanasie Kunst des guten Sterbens („ars bene
leichtes, mähliches Dahinsterben.
Evidenz (evidentia, ist die Eigenschaft gewisser Urteile, ver-
möge deren sie uns so „einleuchten", daß wir genötigt sind, sie zu fällen oder
anzuerkennen, für gültig, wahr zu halten (bzw. zu negieren). Unmittelbare E.
kommt Anschauungsurteilen sowie apriorischen (s. d.) Urteilen über Relationen
(s. d.) zu. Vgl. LOCKE, Essay hum. understand. IV, K. 2, § 1;
MENDELSSOHN, Über die E. in d. metaphys. Wissensch., 2. A. 1786, II, S. 10 ff.;
SIGWART, Logik, 1904, I2, 94; WUNDT, Logik I8, 1906, S. 76 ff.; RICKERT,
Der Gegenstand d. Erkenntnis2, 1904, S. 112 f.; HUSSERL, Log. Untersuch.,
1900/01, I, ff.; II, 593: E. ist das „Erlebnis der Wahrheit"; MEINONG,
Über Annahmen, 1902, S. Über die Erfahrungsgrundlagen uns. Wissens,
1906; KREIBIG, Die intellektuellen Funktionen, 1909, S. 139, 145 u. ff.; HÖF-
LER, Grundlehren der Logik, 1890; Zeitschr. f. Philos.. Bd. 137, 1910 (E.
inneres Kriterium der Wahrheit; es gibt evident wahre und evidenzlos wahre
Urteile); H. BERGMANN, zum Problem der Evidenz der innern
Wahrnehmung, 1908. Vgl. Klarheit (Descartes), Wahrnehmung (innere), Wahr-
heit, Gewißheit, Prinzip (schottische Schule), Axiom, Denkgesetze.
Evolution s. Entwicklung, Präformation.
Evolutionismus: 1. Entwicklungslehre; 2. evolutionistische, entwick-
lungstheoretische und Lebensauffassung; evolutionistische Betrachtung
und Erklärung eines bestimmten Gebietes, etwa des Seelenlebens, der sittlichen
Tatsachen, des Erkenntnisprozesses; 3. diejenige Richtung der Ethik, nach
welcher das Sittliche (s. d.) einer Entwicklung unterliegt (SPENCER, JODL, HÖFF-
DING, WUNDT, S. ALEXANDER, L. STEPHEN, CARNERI U. a.) oder nach welcher
auch die geistige Entwicklung selbst das sittliche Endziel bildet (WUNDT U. a.).
Die evolutionistische Erkenntnislehre (SPENCER, NIETZSCHE, POTONIE, MACH,
JERUSALEM, L. STEIN, F. C. S. SCHILLER, zum Teil auch SIMMEL U. a.) erklärt
die Entstehung der Grundbegriffe und Grundformen unseres Erkennens aus
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften