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Handwörterbuch der Philosophie
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212 Ewigkeit. biologischen Faktoren oder als Mittel zur Lebenserhaltung. „Im Kampf ums Dasein erzeugt das Gehirn vornehmlich solche Vorstellungen, welche ihm diesen Kampf erleichtern" (L. STEIN). Die Nützlichkeit der Erkenntnis schafft die Objekte der Erkenntnis (SIMMEL; S. Wahrheit). Erkenntnisformen, wie Raum, Zeit, Kausalität u. a., welche die Vorfahren empirisch erworben haben, sind jetzt durch Vererbung apriorisch (SPENCER, STEIN U. a.). Vgl. BALD- Darwin and Humanities, 1911. VgL Entwicklung. Ewigkeit (aeternitas) ist im strengen Sinne des Wortes nicht eins mit unendlicher, unbegrenzter Zeit, sondern zeitlose oder überzeitliche Dauer des Seins, Zeitlosigkeit oder Überzeitlichkeit. E. ist ein idealer Grenzbegriff, der die Denkforderung enthält, von aller zeitlichen Bestimmtheit abzusehen. Das Ewige ist zuhöchst, was durch alle Zeit hindurch währt, was von der Zeit nicht berührt wird, vielmehr dasjenige ist, was alles Zeitliche aus sich entläßt und es zur überzeitlichen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Einem darstellenden zusammenhält. Ewigkeit ist die überzeitliche Seinsweise dessen, was vom Endlichkeitsstandpunkt als unendliches konstantes Geschehen sich darstellt, denken läßt. Ewig ist das Absolute (s. d.), die Gottheit und alles, sofern es zeitlos in ihr beschlossen Hegt, als die „Idee" einer sich zeitlich entfaltenden, auseinanderlegenden Einheit. Sofern alles am ungewordenen, unvergänglichen Sein (s. d.) partizipiert, hat alles einen Ewigkeitskern, es gründet im Ewigen, sei es nun Ding oder Subjekt, Geist (s. Unsterblichkeit). Die (s. d.) als solche, als Inbegriff der Einzeldinge und des ist nicht selbst ewig, aber die Projektion des ewigen Seins in die Zeit, das zeitliche Hervortreten des zeitlos Angelegten. Während nach HERAKLIT das Werden (s. d.) ewig währt, ist nach den das Sein (s. d.) ewig, ungeworden und unveränderlich. Ewig sind die Atome (s. d.) DEMOKRITS, die „Ideen" (s. d.) PLATONS, die „Formen" (s. d.) des ARISTOTELES. Das Ewige wird von der Zeit nicht berührt, schließt die Zeit in sich ein (De I 9; Phys. IV, 12). Die ist ewig, ohne Anfang und Ende (De coelo II 1, 283 b 28); ewig ist auch die kreis- förmige Himmelsbewegung. Ewig ist der unbewegte Weltbeweger, Gott Metaphys. XII, 7). Die lehren die E. des göttlichen (s. d.), der Weltsubstanz (Diogen. Laert. VII, 137). Wie PLATON lehrt TIN, die Zeit (s. sei erst mit der entstanden. E. definiert er als das identisch bleibt, welches das Ganze stets gegenwärtig hat", als das „Sein in völliger Ruhe" (Ennead. II, 7, 3). Nach BOETHIUS ist die E. das „nunc stans" (stehende Jetzt), die unbegrenzte vollkommene Lebensfülle („inter- minabüis vitae tota et perfecta possessio"), die von der zeitlichen Be- ständigkeit („sempiternitas") zu unterscheiden ist (De consolat. philos. V). AUGUSTINUS unterscheidet die (erst mit der geschaffene) Zeit von der E.; nur letztere ist ohne Veränderung. Die war nur in Gott ewig (De civit. Dei XI, 4, 6; De trinit. II, 5; Confession. XI, 11). Während NEME- AVICENNA, U. a. die E. der lehren, betrachten die christlichen und jüdischen Scholastiker die als von Gott mit der Zeit geschaffen. Unterschieden wird die E. von der Zeit sowie vom der unbegrenzten Dauer des Geschaffenen („mensura quae facta sunt, sed non habent", ALBERTUS MAGNUS, Sum. theol. I, 5, qu. 23). Gott ist
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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