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214 Exaltation — Experiment.
Exaltation: Erregung (s. d.), Aufregung. Gegensatz: Depression
(Niedergeschlagenheit).
(medii) principium: Satz vom ausgeschlossenen
Dritten (Mittleren): A ist B oder Nicht-B; ein Drittes ist nicht möglich. Von
zwei einander kontradiktorisch (s. d.) entgegengesetzten Urteilen muß eines
richtig, wahr sein; es können nicht beide Urteile, das bejahende und das ver-
neinende, zugleich falsch und etwa ein drittes Urteil gleichen Inhalts wahr
sein („tertium non datur"). Vgl. ARISTOTELES, Metaphys. X 7, 1057 a
HEGEL, Enzyklop., § 119; HERBART, De princip. legis exclusi medii, 1833;
SIGWART, Logik, 1904, I2; B. ERDMANN, Logik, 1892, I, 366; WUNDT, Logik
I8, 1906, S. f.; COHEN, Logik, 1902, S. 339; DRIESCH,
lehre, 1912.
Exemplarismus ist die Lehre von den ewigen Urbildern (exemplaria),
Ideen (s. d.) der Dinge in Gott (AUGUSTINUS U. a.).
Existenz s. Sein, Wesen. — s. Sein, Wahr-
nehmung (KREIBIG), Urteil (BRENTANO U. a.). — Existential: Seinscharakter
eines Aussageinhalts (AVENARIUS). Vgl. H. CORNELIUS, Versuch e. Theorie
d. Existentialurteile, 1894.
Exklusiv: ausschließend. E. Urteile („propositiones exclusivae") sind
Urteile von der Form: nur S ist P (z. B. Gott allein ist vollkommen). VgL
Ausschluß
E x negativis, ex particularibus nihil sequitur:
Aus zwei verneinenden, zwei partikulären Prämissen ergibt sich kein gültiger
Schluß.
nach außen hin, für die Außenstehenden,
Nicht-Eingeweihten, Laien; populär; Gegensatz: esoterisch
innerlich, in tieferer Bedeutung, für die Eingeweihten, nach strenger, tieferer,
methodischer Denkweise. Diese Unterscheidung rührt von der Einteilung der
Schriften des ARISTOTELES in exoterische (populärer gehaltene Dialoge, Schriften
über Rhetorik u. a.) und esoterische (Vorträge über schwierigere Themata; vgl.
Vgl. ARISTOTELES, Top. VIII 1, 151 b 9; Eth.
VI, 4; CICERO, De finibus V, 5, 12; GELLIUS, Noctes Atticae, 5, 2.
Experiment (experimentum), Versuch], Herstellung künstlicher, ein-
deutig bestimmter, beliebig variabler Bedingungen das Auftreten von Vor-
gängen, deren Ablauf beobachtet wird. Das E. ist ein planmäßiges, einem
Erkenntnisziele dienendes Eingreifen in das Geschehen, eine An-
ordnung von Faktoren mit Abhaltung, Isolierung anderer. Das E. ist eine
Frage, die wir an die Natur stellen und ist von gewissen Grundsätzen, oft
auch von Annahmen geleitet, die durch das E. bestätigt, verifiziert werden
sollen. Durch das E. wird erst eine exakte, quantitativ bestimmte Natur-
erklärung möglich, und auch in der Psychologie (s. d.) können exakte Beob-
achtungen zum Teil nur durch das experimentelle Verfahren angestellt werden.
Die Notwendigkeit des E. hat in neuerer Zeit als einer der ersten F. BACON
betont Grganon I, 70, 82, 100). Eine Vergleichung der Instanzen
(s. d.) ist erforderlich, besonders kommt es aber auf die maß-
gebenden Instanzen an, zu welchen die „Instanzen des gehören,
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften