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Handwörterbuch der Philosophie
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216 Fatalismus — Fertigkeit. VgL HELMHOLTZ, Physiol. Optik2, 1886 ff., S. 1173 ff.; WUNDT, Grdz. phys. Psychol. II6, 1910, S. 236 — Vgl. Gesichtssinn. Fatalismus (fatalis, verhängnisvoll), extremer Schicksalsglaube, Glaube an die absolute Macht des Schicksals (s. d.), durch welches nicht bloß alles,. was geschieht, notwendig geschieht, sondern auch alles Geschehen so voraus- bestimmt, festgelegt ist, daß niemand etwas daran ändern kann, mag er auch tun oder unterlassen, was er will. Der F. übersieht den Umstand, daß wohl alles Geschehen durch Ursachen bedingt ist, daß aber zu den Ursachen, Glieder des Kausalnexus bilden, die eigenen Kräfte und Handlungen Dinge, insbesondere des wollenden Menschen gehören, und daß also Mensch nicht bloß seinem Geschick unterliegt, sondern sich zum Teil selbst, durch seine Aktivität, sein Schicksal bereitet SCHILLER: „In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne"). Da wir nicht immer wissen können, was, auf Grund aller schließlich der Erfolg unseres Handelns sein wird, so sollen wir jedenfalls verfahren, als ob es kein Schicksal gebe; sonst determinieren wir uns eben selbst zum Mißerfolg, rein durch unseren Fatalismus selbst. In verschiedener Weise huldigen dem „Fatalismus" der einige Stoiker (Diog. Laert. 149) u. a. Vgl. B. CONTA, du 1877. Vgl. Schicksal, Willensfreiheit, Prädestination, Vorsehung. Faule Xoyog, ignava ratio) ist die der Vernunft auf ihre Arbeit (vgl. KANT, Krit. d. rein. Vern., S. 534), Vernunftwillens auf das Handeln, in der Meinung, daß man keinen auf das Geschehen habe, weil alles vorherbestimmt sei (vgl. CICERO, De fato 12, 28). s. Weber'sches Gesetz. Fehler s. Psychophysik. s. Paralogismus, Trugschluß. Felapton heißt der zweite Modus der dritten Schlußfigur (s. d.): satz allgemein verneinend (e), Untersatz allgemein bejahend (a), Folgerung be- sonders verneinend (o). Me P | Ma S | So P. z. B. Kein Mensch ist Alle Menschen sind Geschöpfe Gottes; Geschöpfe Gottes (min- destens) sind nicht sündenfrei. Ferio heißt der vierte Modus der ersten Schlußfigur (s. d.): allgemein verneinend (e), Untersatz besonders bejahend (i), Folgerung verneinend (o). M e P | S i M | S o P. z. B. Kein Mensch ist Einige Geschöpfe sind Menschen; Einige Geschöpfe (mindestens) sind nicht unsterblich. Ferison heißt der sechste Modus der dritten Schlußfigur (s. d.): Ober- allgemein verneinend (e), Untersatz besonders bejahend Folgerung sonders verneinend. Me P | Mi S | So P. z. B. Keine Leidenschaft ist fährlich; Einige Leidenschaften bewirken Gutes; Also ist einiges, was bewirkt, nicht ungefährlich. Fertigkeit habitus) ist die durch Übung (s. d.) erworbene günstige Disposition d.) zu einer Tätigkeit, Handlung. Vgl. ARISTOTELES,
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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