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Handwörterbuch der Philosophie
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Finalität — Form. Fiktionen (s. Kategorien, Gott). Alle Allgemein- und abstrakten Begriffe sind als solche Fiktionen (S. 53 ff.). Die „heuristische" F. setzt direkt ganz Unwirkliches an Stelle des Wirklichen (z. B. den Eine (ethische) F. ist z. B. die Freiheit des Willens (S. 65); wir müssen handeln und den Menschen so beurteilen, als ob wir frei wären. Fiktionen von ungeheurem praktischen Wert sind auch die „Ideale" (S. 67 f.). Mathematische Fiktionen sind der leere Raum, der Punkt, die absolut gerade Linie usw. (S. 71 f.). Fiktionen sind ferner das Atom, die Materie, das „Ding", das „Ding an sich", die Kraft, das „Subjekt" usw. „Das Denken macht Umwege" — das ist das Geheimnis aller Fiktionen, welche nur punkte des Denkens" sind. Durch die „Methode der Korrektur" und der „ent- gegengesetzten Fehler" („entgeg. Operationen") werden die vom Denken ab- sichtlich begangenen Fehler schließlich wieder eüminiert, das fiktiv eingeführte wird, nachdem es seinen Dienst getan, wieder entfernt (S. 194 ff.). Die Partikel „Als ob" dient dazu, „ein vorliegendes Etwas mit den Konsequenzen einem unwirklichen oder unmöglichen Falle gleichzusetzen" (S. 591). „Wir kommen im theoretischen, im praktischen und im religiösen Gebiet zum Richtigen auf Grundlage und mit Hilfe des Falschen" (S. Es besteht die „Notwendigkeit bewußter Fiktionen als unentbehrlicher Grundlagen unseres wissenschaftlichen Forschens, unseres ästhetischen Genießens, unseres prak- tischen Handelns" (S. vgl. Positivismus, Idealismus). Über die Geschichte des Fiktionsbegriffs und der Anwendung der F. vgl. S. 230 ff., 613 ff. — Vgl. F. BACON, Organon I, 60; II, 36; CHR. WOLFF, Elementa Matheseos, 1741; S. MAIMON, Versuch über d. Transzendentalphilos., 1790; Versuch e. Logik, 1794; neue A., S. 263 ff.; Krit. über d. menschL Geist, 1797; HERBART, Einleit. in d. Philos., § 152, 162; LOTZE, Logik, 1881, S. 400; Gr. d. Logik, 1891, S. 87; F. A. LANGE, Gesch. d. Materialismus I, 1902; NIETZSCHE, WW. XV (vgl. Perspektivismus, Logik).; MARCHESINI, Le anima, 1905; F. C. S. SCHILLER, Mind, N. S., XXI, 1912 (Kritik des Vaihingerschen Werkes); J. SCHULTZ, Kantstudien XVII, 1912, S. 85 — VgL Idee, Ideal, Hypothese, Kategorien, Unendlich. Finalität, Finalursache s. Zweck. Idee s. Zwangsvorstellung. Folge consecutio) s. Grund, Sukzession. Folgerung s. Konklusion, Schluß, Konsequenz. Das besteht im „Innewerden . ., daß das Fürwahrhalten der conclusio aus dem Grunde des der Prämissen erfolgt" (KREIBIG, Funk- tionen, 1909, f.). Forderung s. Postulat, Objektiv. Form (forma, ist das Korrelat zu Stoff oder Inhalt und bedeutet allgemein gegenüber eines Gegebenen oder Herzustellen- das „Wie", die Art und Weise desselben. Genauer gefaßt ist F. ein Ein- heitsbegriff, der Begriff der Zusammenfassung einer Mannigfaltigkeit von Ele- menten zur Einheit eines bestimmten Zusammenhanges, einer bestimmten Ver- bindung, einer bestimmten Anordnung der Teile eines Ganzen. Zu unter- scheiden sind: äußere Form oder Gestalt (bei den Körpern auf zusammen-
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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