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Handwörterbuch der Philosophie
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Formal — Fortschritt. 221 Kunst, 1910; K. WYNEKEN, Der Aufbau der Form II, 1907; BERGSON, Evo- lution creatrice, S. F. GROSS, Form u. Materie der Erkenntnis in transzendentalen Ästhetik, 1910; P. CARUS, Philos. als Wissenschaft, 1911; E. HORNEFFER, Das klassische Ideal, 1909 („Wille zur Form" als Weltprinzip); DRIESCH, Ordnungslehre, 1912. — Vgl. Species, Eduktion, Wahrnehmung U. a.), Kategorien, Subjekt (KAUFFMANN), Konformismus, (logischer), Leben, Organismus. Formal (formalis): zur bloßen Form gehörig, die bloße Form des Seins oder Denkens oder der Anschauung betreffend (vgl. Logik, Wahrheit). Die Scholastiker verstehen unter „formal" das zur Form Gehörende, Wesentliche, Wirkliche; so wird z. B. der „conceptus Begriff psychisches Gebilde, Akt dem „objektiven", d. h. bloß gedachten Begriffs- inhalt gegenübergestellt (SUAREZ, Metaphys. disput. II, 1, 1). DUNS SCOTUS nnterscheidet „reale" und „formale" Unterscheidung (s. d.). VgL Zweck Sittlichkeit (KANT), Formalismus, Gefühl. Formalismus ist die Betonung des rein Formalen des Denkens, der Erkenntnis, des Seins oder Handelns, der ästhetischen Anschauung, das Ab- sehen vom Inhalte, materialen Gehalt oder die Bewertung desselben als un- wesentlich für die Beurteilung von Seins-, Denk-, Anschauungs- oder verhältnissen. Insbesondere gibt es einen logischen, erkenntnistheoretischen, ästhetischen F. So betrachtet die formalistische Logik (s. d.) Denken nur nach seiner formalen Seite, unabhängig von dem besonderen Denk- inhalte, die formalistische Ästhetik (s. d.) legt auf die Formen der Symmetrie, Harmonie usw., der einheitlich-harmonischen Verbindung und Ordnung das Hauptgewicht, der ethische Formalismus beurteilt die Sittlichkeit (s. d.) bloß nach der Form des reinen Willens, ohne Rücksicht auf Zwecke. Formalisten heißen die (s. d.) als An- der Lehre von der „distinctio formalis", der zwischen dem allgemeinen Wesen und der Individualität des Dinges bestehenden bloß „formalen" Unter- scheidung (s. d.). Vgl. PRANTL, Gesch. d. Logik III, IV, 146. Formaliter: der Form, der Wesenheit, der Wirklichkeit nach lastik). Formtrieb ist nach SCHILLER ein Trieb, der von der vernünftigen Natur des Menschen ausgeht und dahin geht, „ihn in Freiheit zu setzen, Har- monie in die Verschiedenheit seines Erscheinens zu bringen, und bei allem Wechsel des Zustandes seine Person zu behaupten". Der F. gibt Gesetze für jedes Urteil und jeden Willen, setzt etwas als zeitlos gültig, als sein sollend. Bei dieser Betätigung „sind wir nicht mehr Individuen, sondern Gattung" (Briefe über die ästhet. Erziehung, 12. Brief). Vgl. Ästhetik, Kultur. ist eine Entwicklung (s. d.) von niederen zu höheren Zu- ständen, geschichtliche Höherentwicklung. Bewertet wird ein geschichtlicher Prozeß als F., indem er an der Idee menschlicher Kultur (s. d.) und dem Ideal der Kulturmenschheit seinen Maßstab erhält, indem gefragt wird, ob er eine Steigerung, Differenzierung, Verfeinerung, von Kultur- und Menschlichkeitswerten bedeutet, ob die Bewegung in der Richtung des reinen Kultur- und Menschheitswillens In der Geschichte
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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