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224 — Fürwahrhalten.
philosophische Grundwissenschaft, Prin-
zipienlehre. Vgl. KRUG, J. BALMES. F., 2. A.
REHMKE, Philosophie als Grundwissenschaft, 1910.
Fundiert s. Objekt (MEINONG), Relation. Fundierte Inhalte s. Ge-
staltqualität,
Funktion (functio) bedeutet: 1. die Verrichtung, Leistung, Betätigung
eines Organs, des Organismus, der Psyche (des Denkens, Urteils, Willens usw.);
2. die Abhängigkeit zweier variabler Größen voneinander, der zufolge eine Ver-
änderung der einen Größe durch die der andern (der „unabhängig Variablen")
bedingt ist: y = f (x). Das funktionale Verhältnis ist umfassender als das
der Kausalität (s. d.). Das Psychische (s. d.) z. B. ist vom Physischen funk-
tional abhängig, aber nicht dessen Wirkung (vgl. Parallelismus). Die Lust an
der normalen Ausübung einer psychischen F. „Funktionsfreude" (s.
tik, Bedürfnis). Vgl. KANT, Krit. d. reinen Vern., S. 88 (s. Begriff, Verstand);
COHEN, Logik, 1902, S. 239 f. (Die F. = das Grundmittel der
reinen Erkenntnis; ähnlich CASSIRER, Funktionsbegriff und Substanzbegriff,
1910; NATORP, Die logischen Grundlagen der exakten Wissenschaften, 1910);
F. J. SCHMIDT, Grundz. d. konstitutiven Erfahrungsphilos., 1901, S. 126 ff.;
WUNDT, System d. Philos. I8, S. 244 (Die F. gehört zu den
begriffen"); FREGE, Funktion u. Begriff, 1891; LAGRESILLE, Le fonctionisme
universel, 1902; STUMPF, Erscheinungen und psychische Funktionen, 1907. —
Tgl. Anpassung, Bedürfnis, Disposition, Selektion, Entwicklung, Akt.
ist ein Affekt, der durch die Vorstellung, Erwartung eines Übels,
das Ich bedrohenden Gefahr ausgelöst wird und psychisch-physische
Hemmungen, die bis zur zeitweiligen Lähmung gehen können, bewirkt (Stocken
des Atems, Erbleichen, Zittern, Einfluß auf die Sekretion, Verwirrung usw.).
VgL ARISTOTELES, Rhetor. II 5, 1382 a 21 (vgl. Tragisch); HOBBES, Leviathan
6; DESCARTES, II, 58; SPINOZA, Eth. III, def. XIII: F. =
Traurigkeit aus der Vorstellung einer Sache mit ungewissem Ausgang; Mosso,
Über die Furcht, 1894; WUNDT, Grdz. d. physiol. Psychol., S. 221 ff.;
JERUSALEM, Lehrbuch d. Psychol.4, 1907.
bedeutet: 1. bei HEGEL die Vereinzelung als Selbst-
beziehung des Daseins auf sich selbst (Enzyklop. § 91 ff.; vgl. Unendlich);
2. das Eigensein der Dinge, die Art und Weise, wie sie „innerlich", in
selbst, nicht als Objekte fremder Erkenntnis sind (vgl. LOTZE, Mikrokosmus,
1856-64, III2, S. 531). Vgl. Objekt, Ding an sich, Panpsychismus, Sub-
jekt, Ich.
ist das, als Meinen (s. d.), Glauben (s. d.) oder Wissen
(s. d.) auftretende, Geltungsbewußtsein, welches entweder eine Seite des Urteils
(s. d.) selbst bildet oder aber in einem besondern Urteil über die Wahrheit
(s. d.) eines Urteils zum Ausdruck kommen kann. Es gibt ein F. aus subjek-
tiven und ein F. aus objektiven Gründen. VgL KANT, Krit. d. rein. Vern.,
S. 620 f.; WUNDT, Logik 1906. Vgl. Pragmatismus.
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften