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Handwörterbuch der Philosophie
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Gedächtnis 229 d. Bewußtseinserscheinungen, 1901; LOBSIEN, Zeitschr. f. experim. Pädagogik, III, 1906; A. POHLMANN, Experim. Beiträge zur Lehre vom G., 1906; Über den Mechanismus des geistigen Lebens, 1906; M. SOKOLOFF, Über d. Gedächtnisproblem in d. modernen Psychologie, 1911; H. PIERON, de la memoire, 1910; H. SCHÖNEBERGER, Versuch e. krit. Darstellung der Gedächtnisforschung, 1911; N. KRAEMER, Experiment. zur Er- kenntnis des Lernprozesses, 1912; W. MOEDE, G. in Psychol., Physiol. u. BioL, 1911; JESINGHAUS, Beitr. zur d. Gedächtnisunters., 1912. — Vgl. Reproduktion, Disposition, Phantasie, Vorstellung, Assoziation, Amnesie, Ver- gessen, Wiedererkennen, Mnemotechnik, Lernen, Übung, Anamnese, Reihe. Gedächtnis, falsches (Erinnerungstäuschung, ist das Gefühl, eine, in Wahrheit neue Situation schon einmal er- lebt zu haben, das an etwas Neues — auf Grund einer Verschmelzung — an- knüpfende Bekanntheitsgefühl. Die Ursachen sind verschieden; Verwechs- lung partieller mit Identität, Übereinstimmung des Gefühlstons, der Stimmung mit älteren Vorstellungen, falsch gedeuteter Vor- stellungsablauf, zu weite Zurückversetzung eines unterbrochenen und wieder auf- tretenden Erlebnisses. Vgl. ARISTOTELES, 1; JAMES, Princ. of Psychol., 1890, 675; RIBOT, Das Gedächtnis u. seine Störungen, 1882, S. 121; OFFNER, Das Gedächtnis2, 1911, S. 124. Gedanke ist das Denkgebilde, Denkprodukt, das einzelne Moment eines Denkprozesses, als Begriff oder Urteil auftretend. Psychologisch ist der G. ein Gebilde, welches durch die aktive „Apperzeption" (s. d.) entsteht, also ein Erzeugnis geistiger Aktivität. Rein logisch genommen, hat jeder Gedanke einen Inhalt oder Gehalt, der von der subjektiv-individuellen Tätigkeit unab- hängig gilt, vom Subjekte anerkannt werden muß, wofern er durch die logischen Normen oder durch die logische von Erfahrungsmaterial bedingt, gefordert Ihrem objektiven Gehalte nach lassen sich Gedanken in allge- meingültige, für jeden Denkenden gültige Verbindungen Zusammenhänge bringen, in welchen z. Teil das „Wesen", der Seinsgehalt der Dinge zum druck gelangt. Nach HEGEL sind die Dinge Momente des „objektiven Ge- dankens", der Weltvernunft (s. Der Gedanke ist die Sache. Was gedacht ist, ist; was ist, ist nur, sofern es Gedanke ist. Die Gedanken sind „Inhalt und Gegenstand" der Intelligenz (Enzyklop. § 24, 465). Objektiv existierende Gedankeninhalte als Momente eines universalen „Denkens" gibt es nach B. KERN (Das Wesen des menschL Seelen- u. Geisteslebens2, 1907; Weltanschauungen u. Welterkenntnis, 1911). Objektiven und subjektiven Gedanken unterscheidet H. GOMPERZ, ferner MEINONG, HUSSERL U. a. (s. Be- deutung). Nach WUNDT ist der G. die einer beziehenden Analyse unter- worfene „Gesamtvorstellung" (Grundr. d. Psychol.6, 1902, S. 321). Durch die Zerlegung von solchen Vorstellungen entsteht ein „Gedankenverlauf" (vgl. FRIES: „gedächtnismäßiger" und willkürlicher, „logischer Gedankenlauf", System d. Logik, 1811, S. 53). — Vgl. Denken, Dialektik, Begriff, Idee, Iden- tität, Parallelismus (logischer), Anpassung (MACH), Elementargedanke. Gedankenverlanf, unwillkürlichen (gedächtnismäßigen) und will- kürlichen (logischen) unterscheidet FRIES. Die Sinnlichkeit ist die selbst in denjenigen ihrer Äußerungen, welche der Anregung am nächsten
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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