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238 Geisteskrankheiten — Geist.
eine unendliche Aufgabe. Das universale Geistesleben umspannt, als „Über-
Subjekt und Objekt zur Einheit (Die Einheit des Geisteslebens in Be-
wußtsein u. Tat der Menschheit, 1888; Der Kampf um einen geist.
inhalt8, 1907; Grundlinien e. neuen Lebensanschauung, 1907; Der Sinn u.
des Lebens2, 1910; in e. Philos. d. Geisteslebens, 1908 u. a.). — Nach
H. BERGSON ist der Geist das schöpferische Leben (s. d.) in seiner aufsteigen-
den Entwicklung, in welcher es aktiv und frei sich auswirkt. Im engeren
Sinne ist der G. reines „Gedächtnis" (s. Synthese der Vergangenheit und
im Hinblick auf die Zukunft, Zusammenziehung der Momente
Gegebenen zum Zwecke seiner Einwirkung auf die Körper, von denen der G. nicht
als Substanz, sondern durch die Spannung der „Dauer" (s. d.) ver-
schieden ist. Der Geist ist das Hineinreichen der Vergangenheit in die Gegen-
wart, er ist „Fortschritt", wahre, stetige „Entwicklung" (Evolution 1907,,
S. 218 ff., deutsch 1912). Der Ansatz zum Geiste besteht schon in der Materie,
die aber der Erinnerung und Freiheit, sowie des Schöpferischen, immer Neues
Zeitigenden entbehrt et memoire, S. 244 ff., deutsch 1908). Über HER-
DER, HUMBOLDT U. a. vgl. DREYER, Der Begriff „Geist", 1908; GRIMM,
buch IV; OERSTED, Der Geist in d. Natur, 1850; W. TITTMANN, Über den
Geist, 1852; PREUSS, Geist und Stoff, 1883; BRUNSCHWICG, Introduction
vie de 1906; Seele und 1912; MÜNSTERBERG, Grundz.
Psychol., 1900, I, 74 ff.; C. Die Lehre von den Geistigen und vom
Volke I, 1908; HAACKE, Vom Strome des Seins, 1905, S. 62 f.; B. KERN, Das
Problem des Lebens, 1909; BRAUN, Hinauf zum Idealismus, 1908; Grund-
riß d. des Schaffens, 1911; E. LINDE, Natur u. Geist, 1907;
H. SCHELL, Das Problem des Geistes2, 1897; DILTHEY, Einleit. i. d. Geistes-
wissenschaften I, P. APEL, Geist und E. HAMMANN,
Der menschL Geist, 1909; A. J. Die menschL Geistestätigkeit, I, 1910;
L. BUSSE, Geist u. Körper, 1903; EISLER, Geist u. Körper, 1911; Grundlagen
der Philos. des Geisteslebens, 1908; VERWORN, Die Mechanik des Geisteslebens,
1908; Über d. Mechanismus d. geistigen Lebens, 1906; SIMMEL,
Philosophische Kultur, 1911, S. 246 ff. (objektiver Geist); Hauptprobleme der
Philosophie, 1910; v. Leib, Seele und Geist, 1909; v. D. PFORDTEN,
Psychologie des Geistes, 1912; JODL, Lehrb. d. Psychol. 1909 (Begriff des
„objektiven Geistes"). — Vgl. Seele, Panpsychismus, Weltseele, Gott, Psychisch,
Gesamtgeist, Volksgeist, Intellekt, Bewußtsein, Subjekt, Idee, Vernunft,
Dialektik, Monismus, Wechselwirkung, Kultur, Wert, Zweck, Aktivismus, Pan-
logismus, Sittlichkeit (WUNDT U. a.), Spiritualismus, Idealismus, Akt.
s. Psychosen, Idiotie.
Geist: Philosophie des Geistes, ist die Wissenschaft von den Prin-
zipien des Geisteslebens, vom Wesen des Geistes und seiner Gebilde, vom
geistigen Schaffen, von den geistigen Werten und Zwecken. Sie ist eine Philo-
sophie der Geisteswissenschaften und zum großen Teil „Kulturphilosophie"
Kultur). Zunächst sucht sie „auf der Grundlage der und
unter Zuhilfenahme der Erkenntnistheorie eine zusammenhängende Auffassung
des geistigen Lebens zu begründen" (WUNDT, System d. Philos., 1907, 24).
Dieser „philosophischen Psychologie" ordnen sich dann Ethik und Rechts-
philosophie, Ästhetik, Religionsphilosophie unter, und endlich sucht die Philo-
sophie der Geschichte eine historische Gesamtanschauung des geistigen Lebens
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften