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Handwörterbuch der Philosophie
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Geläufigkeitsgesetz Gemüt. ist das Gesetz der Abhängigkeit der Reproduk- tionszeit von der Anzahl der Wiederholungen, bzw. von der durch diese be- dingten im Moment der Reproduktion präsenten Stärke der Dispositionen (KRAEPELIN, TRAUTSCHOLDT, THUMB und MARBE, MENZERATH U. vgl. OFFNER, Das Gedächtnis2, 1911, S. 144). Geltung s. Gültigkeit, Erkenntnistheorie, Denken. (oder Organ-, Vitalempfindungen) sind durch Reize in inneren Organen ausgelösten Empfindungen, zu welchen nach manchen auch gewisse Empfindungen des Zustandes der äußeren Haut (Wärme-, Kälte-, Schmerzempfindungen) hinzukommen. G. sind in jedem Falle die inneren Wärme-, Kälte-, Schmerz-, Druckempfindungen, ferner die an den Zu- des Hungers, Durstes, der Wollust, des Ekels, des des Schauderns usw. beteüigten Organempfindungen. Sie vereinigen sich zu einem runbestimmten Gemeingefühl welches dem augenblicklichen Zustand des Organismus entspricht. Organempfindungen beeinflussen die Stimmung, das Denken die Vorstellungsreproduktion, das ästhetische Gefühl n. a. Vgl. EBBINGHAUS, Grdz. d. Psychol., ff., 3. A. 1911; BEAUNIS, Les sensations internes, 1889, K. 1 ff.; JODL, Lehrbuch d. Psychol., Grundr. d. Psychol., 1893, S. 145 ff.; WUNDT, Grundr. d. Psychol.6, S. 57, 192; Grdz. d. phys. Psychol. 1910, S. 1 ff. Gemeinschaft s. Soziologie, Wechselwirkung. Gemeinsinn sensus communis, common sense) be- deutet entweder den Inbegriff der Gemeinempfindungen (s. d.) oder den ge- sunden Menschenverstand, der bei allen Menschen gleicher Art ist oder das soziale Empfinden, den Sinn für das Gemeinschaftswesen. Daneben bedeutet der G. — und zwar ursprünglich — die gemeinsame Wahrnehmung von Bewegung, Ruhe, Gestalt, Größe, Anzahl durch die ver- Sinne. So nach ARISTOTELES (De anima III 1, 425 a 15 ff.), nach dem wir zugleich wahrnehmen, daß wir sehen und hören (1. c. III 2, 425 b 12). Nach den nehmen wir uns vermittelst des G. (xoivr) auch selbst wahr (Stobaeus, Ecloga I, 50). Die Scholastik rechnet den G. zu den „inneren Sinnen" und versteht unter die Fähigkeit der Wahrnehmung des Gemeinsamen verschiedener Sinne sowie die Auffassung des durch die Sinne Empfangenen (vgl. SUAREZ, De anima III, 30). schottische DUGALD STEWART U. a.) erblickt im G. („common sense") Quelle angeborener, ursprünglicher, notwendiger, „selbstevidenter" Wahr- heiten theoretischer und ethischer Art (s. Prinzip). Gemeinvorstellung s. Allgemeinvorstellung. Gemüt ist der Inbegriff von Gefühlsdispositionen eines Menschen, ferner die Fähigkeit, tief und innig zu fühlen. Im G. bekundet sich die innere An- teilnahme der Seele an Ereignissen. Die ursprüngliche Bedeutung von weist auf die Innerlichkeit hin. ECKHART, J. BÖHME U. a. verstehen darunter den zentralen Teil der Seele. KANT bezeichnet als G. das Bewußtsein (z. B.: „Im Gemüt priori liegen", Krit. d. rein. Vernunft, S. 49). Geist und Gemüt unterscheidet man gegen Ende des 18. Jahrhunderts so, daß Gemüt „die Seele in An-
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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