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Handwörterbuch der Philosophie
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Gemütsbewegungen — Genie. sehung der Begierden und des Willens" bedeutet (ADELUNG, Wörterbuch, 1796). Das G. wird auch öfter als „Herz" bezeichnet (vgl. KANT, Anthropol.; SUABE- u. a.). Geist und Gemüt unterscheiden HERDER, GOETHE, FICHTE (WW. VII, 327; Reden an die deutsche Nation, Univ.-BibL, 4. Rede, S. 71: Die Deutschen haben „zum Geiste auch noch Gemüt"). Nach ist Gr. die Seele, „sofern sie fühlt und begehrt" (Lehrb. zur Psychol.8, 1850, S. 29). Vgl. REHMKE, Zur Lehre vom JUNGMANN, Das G., 1885; H. DELFF, Philos. des Gemüts, 1893; S. RUBINSTEIN, AUS der Innenwelt, 1888; H. WOLFF, G. u. Charakter, 1882. — Vgl. Stimmung, Ataraxie. Gemütsbewegungen emotions, franz. sind komplexe Affekte, Leidenschaften, Stimmungen u. dgl., kurz Abläufe intensiverer komplexer Gefühlszustände verbunden mit Willenselementen. Vgl. WUNDT, Grundr. d. 1902, S. 111; Grdz. d. phys. 1908, I6, 409; 107 ff.; The Emotions and the 1899; RIBOT, Psychol. des 1896, S. 92 ff.; SOLLIER, Le des 1905. Vgl. Affekt, Gefühl, Leidenschaft. Generalisation s. Verallgemeinerung, Induktion. Generatio aequivoca s. Urzeugung. Zurückführung der Arten auf ihre Gattungen. Generiseh: zur Gattung (s. d.) gehörig, gattungsmäßig. auf den Ursprung, das Werden bezüglich, die Ent- wicklung betreffend. So bestimmt die genetische Definition (s. d.) den Be- durch Darlegung Erzeugung und die genetische Methode er- klärt Gebüde durch Rückgang auf die Faktoren, durch die sie Zustandekommen (vgl. Psychologie). Unter „genetischer" Methode wird auch zuweilen die Ab- leitung von Erkenntnisinhalten aus den Bedingungen, durch die sie sich logisch verstanden, im Unterschiede von der psychologisch-genetischen Er- klärung (FICHTE, WW. IV, 379 f.; F. NATORP, Die log. Grund- lagen der exakten Wissensch., 1910, S. 11 ff.; Ideenlehre, 1906, S. Die Erkenntnis ist Prozeß wie die „Tatsache" der Wissenschaft. „Das Fieri ist das Faktum"). VgL Raum. Genie (genius, ingenium, ist eine das Normale weit überragende, urwüchsige, angeborene, durch Übung und Lernen nicht erwerbbare geistige Begabung; auch der Besitzer einer solchen heißt ein Genie. Das Genie besitzt ganz außerordentliche Fähigkeit geistiger Intuition, eine gewaltige Kraft des Schauens, des Erschauens von Zusammenhängen, ein ganz besonderes Maß produktiver, schöpferischer, erfinderischer Phantasie verbunden mit der originaler Gestaltung und Darstellung des Erschauten und Erfundenen. gibt auch Genies des Denkens und des praktischen Schaffens, im engeren Sinne aber ist das Genie besonders auf dem Gebiete der Kunst zu suchen. Vielfach kommen die des Genies aus dem „Unbewußten", d. sie drängen sich ihm auf, ohne daß es recht merkt, woher die „Fülle der Gesichte". Die Ausarbeitung des intuitiv Erzeugten aber erfordert viel flexion, Planmäßigkeit, Übung; auch das Genie bedarf der Disziplinierung. Im Gegensatz zum Talent (s. d.) vererbt sich das G. selten. Die meisten Definitionen des G. betonen die Originalität und Kraft des Handwörterbuch. 16
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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