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Handwörterbuch der Philosophie
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286 als Erscheinung gegeben ist, lehrt (S. Wahrnehmung, innere). Als Er- scheinung erkennbar ist nur das „psychologische" Ich als „empirisches wußtsein", das „Ich des Objekts". An dem „Ich des Subjekts", dem „logischen Ich" ist nichts weiter zu erkennen, als daß es als das „Ich denke", als Einheit Voraussetzung alles Erkennens ist (s. Apperzeption). Eine Substanz wird dadurch nicht erkannt, nur die „logische Einheit des Subjekts" drückt der reine Ichbegriff aus, das „Subjekt der Apperzeption", die fassung, Synthese alles Erlebten zur Einheit. Dieses Ich ist keine sondern nur „das Bewußtsein meines Denkens", bloß „logische qualitative Ein- heit des Selbstbewußtseins im Denken überhaupt". Im reinen Denken ich mich weder wie ich bin noch wie ich mir erscheine, sondern nur mein Sein als der Gedanken oder auch als Grund des Denkens", ohne hier schon die Kategorien der Substanz oder der Ursache auf mein reines Ich an- zuwenden. Die einfache, leere Vorstellung „Ich" ist kein Begriff, sondern „ein bloßes Bewußtsein, das alle Begriffe begleitet". Die Apperzeption „Ich denke" macht erst die „transzendentalen" Begriffe (Kategorien) möglich, ist „Vehikel aller Begriffe überhaupt" (Krit. d. reinen Vernunft, S. 302 ff.; Fort- schritte der Metaphysik, 1804). Das Ich ist nur „die Beziehung der Erscheinungen auf das unbekannte Subjekt derselben", „Gefühl eines (Prolegomena, § 46 ff.). — Kritisch, transzendental, als Einheitsbedingung des erkennenden Bewußtseins, bestimmen das reine Ich LIEBMANN (Gedanken u. Tat- sachen, 1889 ff., II, 28 ff.), NATORP (Einleit. in d. Psychol., 1888; 2. A. 1912), COHEN, KINKEL, CASSIRER, RICKERT, auch RIEHL, HUSSERL U. a. (s. Subjekt). Zu einer, Außen- und Innenwelt durch seine „Tathandlungen" produktiven Tätigkeit macht das reine, „absolute" Ich FICHTE. Das Ich als „absolutes Subjekt" ist dasjenige, dessen Sein „bloß darin besteht, daß es sich selbst als seiend setzt". „So wie es sich setzt, ist es; und so, wie es ist, setzt es sich, und das Ich ist demnach für das Ich schlechthin und Das Ich setzt also sein eigenes Sein. Ich und Nicht-Ich sind „Produkte ur- sprünglicher Handlungen des Ichs". „Ich setze im Ich dem teilbaren ein teilbares Nicht-Ich entgegen" (vgl. Idealismus, Objekt). Das Ich umfaßt den ganzen Umkreis aller Realitäten. Das Ich als Intelligenz, Vernunft ist ein Strebensziel der gesamt. S. 9 ff., 224; vgl. WW. I, 463 f., 515 f.; II, 382). Nach SCHELLING ist das absolute Ich das, „was schlechterdings niemals Objekt werden kann" (Vom Ich, S. 12 ff.). Das Ich ist außer dem Denken", es ist „reiner Akt, reines Tun", der ewige, zeit- lose Akt des Selbstbewußtseins, unendliches Produzieren (System d. transzen- dental. Idealismus, S. 45 ff.). Nach HEGEL ist das Ich das „Allgemeine, das bei sich ist", die „reine Beziehung auf sich selbst" (Rechtsphilos., S. 43 f.; Enzyklop. § 20). — Ein absolutes, zeitloses Ich nehmen GREEN, BRADLEY, G. THIELE (Philos. des Selbstbewußtseins, 1895, S. 393 ff.), SCHUPPE U. a. an. Daß das Ich als solches nichts Reales, sondern Erscheinung eines solchen, bloße Form des Selbstbewußtseins, nicht das, an sich unbewußte, reale Subjekt ist, lehren J. H. FICHTE (Psychol. 1, 1864, 167 f.), E. v. HARTMANN (Kategorienlehre, 1896, S. 501 ff.), DREWS (Das Ich, 1897, 132 ff.) u. a. — Als reale Bewußtseinseinheit, als Bewußtsein selbst bestimmen das BERG- MANN (System d. objektiven Idealismus, 1903, S. 1 ff.), REHMKE, SCHUPPE (Ich als „Einheitspunkt" des Bewußtseins; dessen Individualität hängt vom Be- wußtseinsinhalt ab, der das empirische, objektive Ich darstellt; das
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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