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Ideal. 287
mäßige" Ich ist unräumlich, überzeitlich; Erkenntnistheoret. Logik,
Grundriß der Erkenntnistheor. u. Logik, 1894, S. 16 ff.), R. v. SCHUBERT-
SOLDERN, A. v. LECLAIR, F. J. SCHMIDT, K. HEIM U. a.
Nach LIPPS ist das Ich der „Zusammenhang von Möglichkeiten eines Be-
wußtseinslebens", wobei sich die zur einheitlichen Gesamt-
persönlichkeit verdichten; das Einzelich ist die Manifestation eines „transzen-
denten Welt-Ich", das in vielen Punkten sich als begrenztes Ich setzt (Leitfaden
d. Naturwissenschaft u. Weltanschauung Psych. Unt.
Als Weltprinzip bestimmt das (göttliche) Ich auch G. GERBER (Das Ich, als
Grundlage unserer Weltanschauung, 1893). — Vgl. LOTZE, Mikrokosmos III2,
1869, f.; ULRICH, Zeitschr. f. Philos., 124 Bd.; BENEKE, System d. Meta-
physik, 1840 (Das Ich nicht Erscheinung, sondern an sich, unmittelbar erkannt;
dies auch BRENTANO U. a.); KÜLPE, Phüos. Studien VII; DYROFF,
in d. Psychol., 1908; HÖFFDING, S. ff.; CESCA,
schrift f. wissensch. Philos. 11. Bd.; KEYSERLING. Das Gefüge der 1906;
HUSSERL, Logische Untersuchungen, 1900/91 II, 331 f.; H. CORNELIUS,
in d. Philos., 1902; 2. A. J. COHN, Voraussetzungen u. Ziele des Erkennens,
1908; E. H. SCHMIDT, Kritik d. Philos., 1908; BERGSON,
1910; Handbook of Psychology, 1890; Das soziale u. sittliche
Leben, S. 412 ff.; K. OESTERREICH, Die Phänomenologie des Ich, 1910;
DRIESCH, Ordnungslehre, 1912; H. LANZ, Das Problem der Gegenständlich-
keit in der modernen Logik, 1912 (Das empirische Ich als Inhalt des transzen-
dentalen Bewußtseins); FRISCHEISEN-KÖHLER, Wissenschaft u.
1912, S. 274 f. (Das Ich oder Selbst „konstituiert sich immer nur in dem In-
begriff von psychischen Funktionen, durch welche die lebendige Einheit von
vornherein sich im Gegensatz zu der Gesamtheit der Empfindungsinhalte
findet, von denen es sich als Subjekt sondert, die ihm als Objekt entgegen-
treten"); W. JAMES, Psychologie, 1909, S. 174 ff. (bloß funktionelle
des psychologischen Ich); G. KAFKA, Versuch e. krit. Darstellung der neueren
Anschauung über das Ich-Problem 1910. Vgl. Doppel-Ich, Subjekt,
bewußtsein, Person, Identität, Dauer (BERGSON), Wahrnehmung (innere),
Idealismus, Solipsismus Paralogismen, Seele, Aktualitätstheorie, Einheit,
sterblichkeit, Egoismus, Individuum.
Ideal (idealis): 1. als Idee (s. d.), Musterbild existierend, der Idee
gemessen, vollkommen; 2. den Inhalt eines Denkens bildend, zum
Erkenntnisgehalt gehörend (s. Wahrheit, Gültigkeit); 3. = ideell: nur in
Vorstellung, im Denken, als Bewußtseinsinhalt gegeben, nicht real (s. d.),
„an sich", nicht unabhängig vom erkennenden Bewußtsein existierend (vgL
Idealismus). Vgl. HUSSERL, Logische Untersuchungen 1900/01 II, 95;
Die Philos. des Als ob, 1911 (über „idealle Fälle", auf
sich die Gesetze beziehen). Vgl. Bedeutung, Drittes Reich.
Ein Ideal (das Wort hat, als Substantiv, wohl zuerst der
LANA, 1670, gebraucht) ist ein Musterbild des Handelns und Gestaltens, ein
oberster Zielpunkt des Wülens, etwas, das dem Bewußtsein als Vollendungs-
zustand erscheint und dessen Verwirklichung angestrebt wird, ein als
gedachtes Willensziel, ein Maximum denkbarer Vollkommenheit. Es gibt
schiedene Ideale, je nach der Art des Willenszieles (logische, sittliche, ästhe-
tische, soziale u. a. Ideale). So ist z. B. absolute Wahrheit ein Ideal der
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften