Page - 315 - in Handwörterbuch der Philosophie
Image of the Page - 315 -
Text of the Page - 315 -
Intellektuell — Intelligibel. 315
auch das Gefühls- und Wülensleben zurückzuführen ist (THOMAS: „intellectus
et nobilior voluntate"; SPINOZA : „idea est, quod humanae
esse constituit"; HEGEL, HERBART, KERN U. a.). — Gegner des (einseitigen) I. sind
DUNS SCOTUS, ROUSSEAU, HERDER, HAMANN, JACOBI, SCHOPENHAUER,
PAULSEN, TÖNNIES, R. HILDEBRAND (Gedanken über Gott . . .,
1910), WUNDT, DILTHEY, SIMMEL, EUCKEN (Die Einheit des Geisteslebens,
S. ff.; Geistige Strömungen der Gegenwart, 1904), GOLDSTEIN (Wandlungen
in d. Philos. der Gegenwart, 1911), BENRUBI, VAIHINGER, BOUTROUX, BERGSON,
JAMES, F. C. S. SCHILLER (Humanismus, 1911), OSTWALD, GOLDSCHEID U. a. (vgl.
Voluntarismus, Psychologie). — Vgl. M. WUNDT, Der I. in der griechischen Ethik,
1907; R. GOLDSCHEID, Zur Ethik des Gesamtwillens 77 ff.; H.
Psychol. des Willens, 1900; E. MEUMANN, Intelligenz u. 1907. Vgl.
Denken, Wille, Vorstellung, Aktivismus, Verstand, Pragmatismus, Vernunft
(praktische), Intelligenz, Intuition, Irrational, Logismus.
Intellektuell (inteliectualis, geistiger Natur, dem Intellekt an-
gehörig, auf den Intellekt, das Denken, das Erkennen bezüglich, durch den
Verstand, die Vernunft (vgl. KANT, Prolegomena, § 34). — I. Anschauung
Anschauung. — I. Funktionen: WUNDT, Grdz. phys. Psychol.,
III6, 1903, ff.; KREIBIG, Die intellekt. Funktionen, 1909. — I. Ge-
höhere, geistige (logische, u. a.) Gefühle. Vgl. die Psycho-
logien von WUNDT, JODL u. a. — I. s. Liebe (SPINOZA). Vgl. KURELLA,
Die Intellektuellen u. die Gesellschaft, 1913. Vgl. Intelligible
Intellektuelle s. Intelligibel.
(intelligentia): Geistes-, Denk- und Er-
besondere und geistiges, mit Intel-
lekt begabtes Wesen, Geist (vgl. THOMAS VON AQUINO, Sum. theol. I, 79, 10;
I, 84, SPINOZA, Eth. IV, app. V; KANT, De sensibilis atque intelli-
forma ac principüs. II, 3). — Nach MEUMANN besteht die I. (im
engeren Sinne) in Selbständigkeit des Urteils, Originalität und Produktivität
des Denkens, in „Urteilsfähigkeit". Die I. ist dem Willen gegenüber primär;
der Wüle selbst ist ohne intellektuelle Elemente nicht möglich. Es gibt
des Willens" und „Willensformen der Intelligenz" (Intelli-
genz und Wille, 1907, S. 9 ff). — Über vgl. MEU-
MANN, Intelligenz u. Wille, 1907, S. ff.; Experimentelle Pädagogik, 2. A.
1911; LAY, Experimentelle Pädagogik, 1908: 2. A. 1912; L. W. STERN, Die
psycholog. Methoden der I., 1912; ZIEHEN, Prinzipien u. Methoden der I.8,
1911. — VgL De 1892; deutsch 1880. — Vgl. Talent.
Intelligibel 1. verständlich, begreiflich; 2. nur
durch den Intellekt, den Geist, die Vernunft erfaßbar, nicht sinnlich wahrnehm-
bar (PLATON: S. Ideen; ARISTOTELES, De anima III 8, 431 b 21, u. ö., PHILON,
PLOTIN, PROKLUS, AUGUSTINUS, THOMAS: „proprium obiectum intellectus est
Contr. gent. II, 98. u. a.). Nach KANT ist an einem
dasjenige „intelligibel", „was selbst nicht Erscheinung ist" (Krit. d. rem. Vern.,
S. 432). Intelligibel sind „Gegenstände, sofern sie bloß durch den Verstand
vorgestellt werden können, und auf die keine unserer sinnlichen Anschauungen
gehen kann" (Prolegomena, § 34). Während Kant in der Schrift mundi
sensibilis atque intelligibüis forma ac principüs" (1770) noch die Gültigkeit der
back to the
book Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften