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Handwörterbuch der Philosophie
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Intention — Interesse. 317 Intention (intentio): Absicht d.), Anstreben; Gerichtetsein des Geistes, des Willens auf ein Objekt, ein Ziel. Intentional ist, worauf das Denken gerichtet ist, was es „meint"; intentional ist ein Objekt (s. d.), sofern es nur den Inhalt einer Vorstellung, eines Gedankens bildet, sofern es immanenter Gegenstand des Vorstellens und Denkens (Vorgestelltes, Gedachtes), nicht das reale Ding selbst ist. Die Scholastiker verstehen unter „intentio prima" die direkte, auf ein Objekt gerichtete Erkenntnis, bzw. den Gegenstand dieser; „intentio ist die abstrakte oder reflexive Erkenntnis, bzw. der Gegenstand derselben formalis" — „i. obiectiva", Intentio als Akt — I. als Inhalt des- selben). Ein „intentionales Sein" („esse intentionale") haben die abstrakten Gegenstände (Gattung, Art usw.). Vgl. THOMAS, In 1. 1 Sentent. 23, 1, 3 c; PRANTL, Gesch. d. Logik III, 149, f., 293, III, 308; GOCLEN, Lex. philos., S. 253 ff. — Nach F. BRENTANO haben die psychischen (s. d.) Akte ein „intentionales Objekt". Vgl. KREIBIG, Die intellektuellen Funktionen, 1909, S. 143. Von Einheit" als dem gemeinten Inhalt einer Bedeutung spricht HUSSERL (Log. Untersuch. 1900—01 II, 97). Vgl. Namen, Species. Interesse 1. Nutzen, Vorteü, Eigennutz, 2. Anteil, Teil- nahme Ich an etwas, das teilnahmsvolle, lustbetonte Verweilen bei einem einer Vorstellung oder einer Tätigkeit. Interessant ist, was unser Interesse erweckt, die psychische Energie auf sich lenkt, die Psyche zur Beschäftigung mit ihm reizt. Etwas interessiert uns, wenn es zu irgend was uns Lust erregt, was wir anstreben, werten, in Beziehung steht, wenn es unseren Wissenswülen anregt. Was uns interessiert, uns irgendwie „bedeutsam" erscheint, ruft unsere Aufmerksamkeit (s. d.) wach. Unser ganzes Denken und Handeln ist durch ein Interesse bestimmt. Es gibt ein sinnliches (materielles), (ideelles), praktisches, theoretisches {logisches), ethisches und ästhetisches L; letzteres ist „uninteressiertes" L, d. h. hier kommen nicht praktische Zwecke, sondern nur die Lust am Schauen, das „reine Gefühl" in Betracht. Beim theoretischen I. ist uns am Denken, am Erkennen, an der Erreichung des Denk- und Erkenntniszieles ge- legen, es besteht hier ein Streben nach Wissen. Für die Pädagogik ist das I. von hoher Bedeutung; denn das wird genauer beachtet, schärfer aufgefaßt, besser gemerkt und geistig verarbeitet. Der Begriff des „wohlverstandenen Interesses" bien entendu"), vermöge dessen die Menschen trotz ihres Egoismus sittlich handeln, findet sich zuerst bei (De I, 87 ff.; II, 17). Nach GARVE interessieren uns Dinge, welche vermöge ihres Wohlgefallens sich „unserer Aufmerksamkeit bemächtigen", sie „unsere zu denken" beschäftigen oder uns „in Affekt bringen" einiger Abhandlungen I, 1802, 211 ff.). versteht unter dem Wohlgefallen, das wir der Vorstellung der Existenz eines Gegenstandes verbinden; es hat Bezug auf das Begehren (Krit. d. Urteilskraft I, § 2). I. ist „das, wodurch Vernunft praktisch, d. i. eine den Willen bestimmende Ursache wird" (Grdleg. zur Metaphys. d. Sitten, 3. Abschn., S. 90; vgl. 35). Das Schöne gefällt ohne Interesse, d. h. uninteressiert (s. Ästhetik). HERBART, der die pädagogische Bedeutung des Interesses betont (Umriß pädagog. Vorles. I,
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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