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Handwörterbuch der Philosophie
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Koinzidenz — Komisch. 341 einer und derselben Zeit. Eigenschaften koexistieren, wenn sie zu gleicher Zeit den gleichen Ort einnehmen (HÖFLER, Logik, 1890, S. 37). Vgl. Raum. Koinzidenz der Gegensätze („coincidentia oppositorum"): Zusammen- fallen, Vereinigung und Aufhebung der Gegensätze der Dinge im Absoluten, in Gott (s. d.): NICOLAUS CUSANUS (De coniectur. II, 1; De docta ignorantia I, 4), GIORDANO BRUNO (De la causa . . . V), SCHELLING (S. Indifferenz) u. a. ist das „Zusammentreten zweier Vorstellungsinhalte zu einem neuen komplexen Inhalt mit den Bestandteilen beider, und zwar in der Art, daß die Aufmerksamkeit beim Erleben diese Inhalte nach Bestandteilen (aber nicht zeitlich) sondert" (KREIBIG, Die intellektuellen Funktionen, 1909, S. 124 f.). Vgl. DROBISCH, Neue Darstellung der Logik5, 1887, § 29. Zusammenstoß, Gegensatz. Die sog. K. der Pflichten ist in der Weise aufzufassen, daß es Fälle gibt, wo es schwierig ist, festzustellen; was hier wahre oder höhere Pflicht ist. Vgl. Kasuistik, Pflicht. Kombination: Verbindung von Gegebenem, Elementen zu (neuen) Komplexen, Verknüpfung verwandter Begriffe. Über Kombinatorik vgl. LEIBNIZ, Philos. Hauptschriften I, 50. — Vgl. Ars magna, Phantasie. Komisch von wirkt der anschaulich, lebendig erfaßte Kontrast, Widerstreit zwischen der „Idee", dem, was etwas sein soll oder sein will, und der Erscheinung, dem Ausdrucke dieses wollen den, dessen Ver- fehlung (sofern es sich nicht um tiefer in das Leben einschneidende Dinge handelt) Lachen erweckt. Indem was als bedeutsam auftrat, in seiner Nichtigkeit erscheint, löst sich die gespannte Erwartung und die Hemmung, Ein- schränkung unseres Selbstbewußtseins; ein Gefühl der Lösung tritt auf und wir fühlen uns hierbei oft überlegen oder mindestens erleichtert, weü wir die Auflösung des Widerspruches zwischen Erscheinung (Ausdruck) und Idee an- genehm empfinden. Doch sind nicht alle Arten des Komischen von gleicher Wirkung. — Die Fähigkeit, das Heitere mitten im Ernste des Lebens zu finden, dem Lebensernst eine heitere Seite abzugewinnen und uns mit ihm dadurch zu versöhnen, ist Humor im ästhetischen Sinne. Komisch wirkt nach ARISTOTELES ein harmloser, unschädlicher Fehler (xb ydg xal aloxog xal Poet. 5, 1449 a 34). Ähnlich CICERO (De oratore, II, 38 ff.), QUINTILIAN, EBER- HARD u. a. Nach K. UEBERHORST erscheint uns komisch „ein Zeichen einer schlechten Eigenschaft einer andern Person, wenn an uns selbst keines eben- derselben schlechten Eigenschaften zum Bewußtsein kommt, und das kerne heftigen, unangenehmen Gefühle in uns (Das Komische, I, 2 ff., S. 524 ff.: Lust am Besitze der guten Eigenschaften, die dem andern das der Überlegenheit betont schon HOBBES, nature IX, 13). Vgl. A. Neue Ästhetik, 1837; K. FISCHER, Über den 1889; K. GROOS, Einleit. in d. Ästhetik, 1892, S. 378 ff., 463 ff. Den Kontrast zwischen dem Erwarteten und dem sich Darstellenden be- tonen die meisten Theoretiker des Komischen. Nach KANT ist das Lachen ein Affekt aus der „plötzlichen Verwandlung einer gespannten Erwartung in nichts" (Kritik der Urteilskraft, § 54). Nach JEAN PAUL ist lächerlich Unverständige, sofern es sinnlich angeschaut wird; das Komische besteht im „unendlichen Kontrast zwischen der Vernunft und der ganzen Endlichkeit"
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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