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Kontiguität — Kontraposition. 345
anschauend-erkennendes Verhalten; Versenkung in das vom Denken oder von der
Phantasie dem geistigen Blicke vorgeführte Übersinnliche, so nach
den Mystikern (PLOTIN, Ennead. VI, 9, 3; BERNHARD VON
RICHARD VON ST. VICTOR, De contemplat. V, 2; 14, u. a.). „Kontemplativ"
im Gegensatz zu „aktiv", praktisch schon bei SENECA (Epist. 95, 10). Nach.
SCHOPENHAUER als Wille u. Vorstellung, I. Bd., § 39) verhalten wir uns
dem Schönen gegenüber „rein kontemplativ", schauend, frei von allem
Vgl. Ästhetik (KÜLPE U. a.), Mystik.
Kontiguität (contiguitas, contiguity): Berührung in Raum und
räumliche oder zeitliche Nachbarschaft von Vorstellungen als Ursache der
Assoziation (s. d.).
Kontingent (benachbart) sind Begriffe, die in einer Reihe, deren End-
glieder konträre (s. d.) Gegensätze nebeneinander stehen. VgL
Kontingenz.
(contingentia): „Zufälligkeit" als Gegensatz zur
keit; Möglichkeit des Anderssein, Andersverhalten, des Nichtseins (kontingent
ist „quod potest esse et non esse", THOMAS, Sum. theol. I, 86, 3 c; „cuius
contradictionem seu quod necessarium non
CHR. WOLFF, Ontolog., 294). Aus daß die der Zu-
sammenhang der Dinge und des Geschehens selbst nicht denknotwendig, sondern
kontingent sei und ein absolut notwendiges Wesen als Urgrund fordere,
schließt der kosmologische (s. d.) Beweis auf das Dasein Gottes contin-
gentia mundi": ARISTOTELES, CICERO, LEIBNIZ, CHR. WOLFF U. a.).
Nach BOUTROUX herrscht in der neben der Gesetzlichkeit auch Kon-
tingenz. Die gelten nur annähernd und lassen der Variation,
Individualität des Geschehens, dem Auftreten neuer, aus den
ableitbarer Seinsstufen, der Freiheit Raum (De la contingence des de
nature4, 1912; De de naturelle, 1895, deutsch 1908; vgl.
Die Lehre vom Zufall bei E. Boutroux, 1907). Vgl. COURNOT, Essai sur
fondements de nos connaissances, 1851; LACHELIER, Psychologie u. Meta-
physik, 1908; BERGSON, creatrice, 1910; Lehrbuch der
Philos. 1912. — Vgl. Zufall, Gesetz (WINDELBAND U. a.).
s. Stetigkeit. — Kontinuum: stetige Reihe, eine
deren Glieder unendlich kleine Unterschiede besitzen. Es gibt ein-, zwei-, drei-
dimensionale (Linien, Flächen, Körper, Reihe der Farben
u. a.). Vgl. HÖFLER, Grundlehren der Logik, 1890, S. 36.
Kontradiktion: Widerspruch (s. d.). Vgl. Contradictio.
bei ARISTOTELES), d. h. einander
widersprechend, sind je zwei Begriffe, deren den andern aufhebt, negiert
(A non A; z. B. sterblich — unsterblich). Vgl. Gegensatz, Widerspruch.
Kontraposition (contrapositio, Entgegenstellung; „conversio per contra-
zuerst bei ist jene Art der „Umkehrung" eines (kate-
gorischen) Urteils, bei welcher die „Qualität" (s. d.) des Urteils verändert wird
und das kontradiktorische Gegenteil des Prädikatsbegriffes zum Subjekte
Wird die „Quantität" d.) des Urteils nicht verändert, so ist die
wenn ja, ist sie „unrein". 1. Allgemein bejahende Urteile (a) werden zu all-
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften