Page - 350 - in Handwörterbuch der Philosophie
Image of the Page - 350 -
Text of the Page - 350 -
350 Köperbewegungen Kosmologie.
Körperbewegungen sind, beim Menschen, die durch motorische
Nerven ausgelösten Bewegungen; sie zerfallen in automatische (s. d.), Reflex-
bewegungen (s. d.), sowie in Trieb- und willkürliche Bewegungen (vgl. WUNDT,.
Grundz. d. phys. Psychol. I8, 1908, S. 293 ff.). Vgl. DYROFF, in
die Psychol., 1908, S. 120: impulsive oder emotionale und regulierte oder
volitionale Körperbewegungen. Vgl. Mechanisierung, Wille, Trieb.
(corpusculum), Körperchen, ausgedehntes einfaches Körper-
element (PLATON, DESCARTES, Princip. philos. III, 46 ff., 65 ff.;
theorie; SPINOZA, HOBBES, LOCKE, U. a.). — In der Gegenwart nennt man
„Korpuskeln" die elektrisch geladenen Elemente", aus denen die Atome (s. d.)
bestehen. Vgl. THOMSON, Die Korpuskulartheorie der Materie, 1908.
Korrelate (correlata, Korrelatbegriffe, korrelative Begriffe, Wechsel-
begriffe) heißen je zwei Begriffe, die als Glieder einer und derselben Relation ge-
dacht werden, die ohne einander keinen Sinn haben, einander wechselseitig
als Ergänzung fordern, weil die Relation zu ihnen mitgehört (Eltern — Kinder,
Ursache — Wirkung, Herr — Diener, Lehrer — Schüler, Leib — Seele, u.
vgl. HÖFLER, Grundlehren der Logik, 1890, S. 33). — L. GILBERT versteht
unter „Korrelation" die „identische Gegensätzlichkeit". Die „Korrelativität
aller Begriffe" ist eine Grundformel des Denkens. Jeder Erscheinung (jedem
„Es") steht ein Gegensatz Es", „Anderes") gegenüber, wobei das
„Andere" die wesentlichen Beziehungen und Bestimmungen des „Es" enthält
(Neue Energetik, 1911, S. f.). „Jeder Begriff läßt sich in
zwei Unterbegriffe die zueinander im Verhältnisse stehen von —
,Nicht (das Andere)." Die beiden Unterbegriffe bilden zueinander Korre-
late, deren es ein ganzes System gibt. Das Korrelat bedeutet „zugleich die
Identität und die Gegensätzlichkeit, die Ergänzung, Bedingung, den Ersatz wie
den Widerspruch". Dadurch bildet es die Grundbedingung für die Erhaltung
und Nichterhaltung, für die Doppelpoligkeit, Doppelseitigkeit der Das
K. hat eminent heuristische Bedeutung (1. c. S. 201 ff.). Nach JOEL zeigen
sich alle Differenzen der Individuen „als Korrelate, als Austeilungen aus einem
Gesamtleben, als dessen Gliederungen" (Seele u. 1912, S. 372); W. BETZ,
Über Korrelation, 1911 (psychologisch); NATORP, Die log. Grundlagen der
exakten Wissensch., 1910 (K. von Sonderung u. Vereinigung im Denken). —
Vgl. Dialektik, Gegensatz, Polarität.
Korrelativismus heißt der erkenntnistheoretische Standpunkt, nach
welchem Subjekt und Objekt (s. d.) untrennbare Korrelate sind (E. LAAS U. a.).
Vgl. Realismus.
Weltentstehung, mythische Darstellung
derselben (HESIOD U. a.). Vgl. ROBERT EISLER, Weltenmantel u. Himmels-
zelt, 1910; Orphica, hrsg. von Abel, 1885. VgL
Kosmologie cosmologia): Lehre von der
Inbegriff naturphilosophischer Hypothesen und Theorien über Ursprung und
Entwicklung der (s. d.). VgL CHR. WOLFF, Cosmologia generalis, 1731;
LAMBERT, Kosmologische Briefe, 1761; KANT, Allgemeine Naturgeschichte
u. Theorie des Himmels, 1755; LAPLACE, Exposition du du
1796; G. E. OTTO, Grundz. einer philos. Kosmologie, 1860; GUTBERLET, Der
Kosmos, 1908; SVANTE ARRHENIUS, Das Werden der 1911; A. LEH-
back to the
book Handwörterbuch der Philosophie"
Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften