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Handwörterbuch der Philosophie
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354 Kraft. ist die Widerstandskraft der Körper. Die primäre („primitive") K. ist die Substanz selbst, die dauernde K.; die „derivative" K. ist der Impetus zu einer bestimmten Bewegung, der „gegenwärtige Zustand selbst, sofern er einem den zustrebt", ein Ergebnis der ursprünglichen Kraft. „Lebendige" K. ist die in der Bewegung sich äußernde K.; aus ihr gehen die „toten" Kräfte (z. Zentrifugalkraft) hervor. Die Kraftsumme All ist konstant, auch Richtung (s. d.) der Kraft. Das Maß der (lebendigen) K. ist m nicht wie nach Descartes m . v (Bewegungsgröße als Maß für den Impuls der Kraft; Hauptschriften I, ff.; ff.; II, 157 238, 257, 336, 377; matische hrsg. von Pertz III, 100 ff.). — Nach KANT ist die „Ursache einer Bewegung" bewegende die Bewegung ist das Phäno- der Kraft" (Metaphys. Anfangsgründe der Naturwissensch., S. 33 ff.; vgl. Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte, Kleine Schriften zur Naturphüos. 167 ff., Philos. vgl. Materie). Während nach HERDER, SCHELLING, C. H. WEISSE, BENEKE, FORTLAGE, M. GIOBERTI, SPENCER (First Principles, 1882, § 31, CASPARI (Der Zusammenhang der Dinge, 1881, S. 5, 14 ff.), A. F. ERHARDT (Metaphys. I, 1894, 575 ff.), M. MECHANIK (S. RATZENHOFER U. a. (vgl. Atom) die Kraft selbst die Substanz der Dinge während nach SCHOPENHAUER als Wille u. Vorstellung, I, Bd., § 26; Parerga II, § 75), ED. V. HARTMANN, MAINLÄNDER, BAHNSEN, WALLACE, NIETZSCHE (WW. XV), WUNDT (S. unten), J. SCHULTZ, LACHELIER U. a. das „An sich" der Kraft Wille. Streben ist (vgl. Voluntarismus), ist die K. nach anderen nur das als objektive Macht gedachte, das objektivierte Gesetz eines Zusammenhanges von Phäno- menen. So nach HELMHOLTZ (Vorträge und Reden, I4, 1903, 376; 241), FECHNER (Atomenlehre2, 1864, S. 120 ff.), H. COHEN (Logik, S. 289), LIEBMANN (Gedanken u. Tatsachen I, 1882 ff.; 189 ff.), B. KERN (Weltansch. u. Welterk., 1911) u. a., SCHUPPE, V. U. Nur ein vereinfachender, für die Denkpraxis zweckmäßiger, aber nichts Reales bezeichnender Begriff einer gegenseitigen Abhängigkeit von Vorgängen, Wahr- nehmungsinhalten ist die K. nach KIRCHHOFF (Vorles. über mathemat. Physik 5 ff.), R. MAYER (Bemerkungen über die Kräfte der unbelebten 1842), DUBOIS-REYMOND, nach welchem die K. nur „das Maß, nicht die Ur- sache der Bewegung" ist, H. HERTZ, der die K. durch die Bewegung „ver- borgener Massen" ersetzt, STALLO, AVENARIUS, CLIFFORD, PEARSON, ENRI- QUES (Probleme der Wissenschaft I, 1910, S. 376 ff.) u. a. — Nach E. MACH ist die K. etwas Fetischistisches, das besser zu eliminieren wäre (s. Kausa- lität). Nach VAIHINGER ist sie nur eine „Fiktion" (Philos. des ob, 1911). Nach OSTWALD ist nicht die Kraft oder Materie, sondern die Energie (s. d.) der physikalische Grundbegriff. Kraft ist nichts als das, was sich der der Körper widersetzt (Vorlesungen über Naturphilos.2, 1902, S. 3. A. 1905).. L. GILBERT versteht unter K. eine Energie (d. h. ein Stück Materie) während ihrer aktuellen oder gehemmten Beschleunigung. Es gibt nur gerichtete lumkräfte, die durch Flächen wirken, keine Zentralkräfte. Es gibt Außen- und Innenkraft (Neue Energetik, 1911, S. 9, 93 f.). — Daß Kraft und nur zwei Seiten, Auffassungsweisen einer und derselben Einheit sind, lehren UEBERWEG, BÜCHNER (Kraft u. S. 31), HAECKEL U. a., ferner LE.
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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