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Handwörterbuch der Philosophie
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360 Kultur. welchem die K. nur der Gemeinschaft erwächst und das Ziel der K. die „Humanität" (s. d.) ist (Ideen zur Philos. d. Geschichte der Menschheit, f.; vgl. BRAUN, H.S Ideen zur Kulturphilos., 1911). Nach KANT ist K. die „Hervorbringung der Tauglichkeit eines vernünftigen zu Zwecken überhaupt, folglich in seiner Freiheit". Die K. ist der letzte den die Natur mit dem Menschen hegt, und dieser Zweck kann nur in der Gesellschaft erreicht werden (Kritik d. Urteilskraft, § 83). Die K. besteht ge- radezu in dem „gesellschaftlichen Wert des Menschen". Die „ungesellige Ge- selligkeit" des Menschen (s. Geschichte) bringt seine Anlagen zur Entfaltung; „Alle Kultur und Kunst, welche die Menschheit ziert, die schönste gesellschaft- liche Ordnung, sind Früchte der Ungeselligkeit, die durch sich selbst ge- nötigt wird, sich zu disziplinieren und so, durch abgedrungene Kunst, die Keime der Natur vollständig zu entwickeln" (Idee zu einer allgemeinen Ge- schichte in Absicht, 1784). Wissenschaft und Kunst, die den Menschen zwar nicht besser I), aber doch „gesittet" machen, „ge- winnen der Tyrannei des Sinnenhanges sehr viel ab und bereiten dadurch den Menschen zu einer Herrschaft vor, in der die Vernunft allein Gewalt haben soll" (Krit. d. Urteilskraft, § 83). Es besteht eine Pflicht der „Kultur aller Vermögen überhaupt, zu Beförderung der durch die Vernunft vorgelegten Zwecke" (Tugendlehre, Einleit.). Es gibt eine K. des des Willens, der Moralität, der Tugend (ibid.). Nach SCHILLER hat die Kultur die gabe, Sinnlichkeit und Vernunft miteinander in Harmonie zu bringen, Sinnlichkeit gegen die Eingriffe der Freiheit zu verwahren" und „die lichkeit gegen die Macht der Empfindungen sicherzustellen" (Über die ästhe- tische Erziehung des Menschen, 13. Brief). Gefühls- und Vernunftvermögen müssen zu diesem Behufe ausgebildet werden. Das Ideal ist, daß der Mensch, „mit höchsten Fülle von Dasein die höchste Selbständigkeit und verbinde und anstatt sich an die zu verlieren, diese in sich ziehe und der „Einheit seiner Vernunft" unterwerfe (ibid.). Die K. soll den Menschen in Freiheit setzen und ihm dazu behilflich sein, „seinen ganzen Begriff zu ihn fähig machen, „seinen Willen zu behaupten, denn der Mensch ist das Wesen, welches wiU". „Physische" und „moralische" K. sind dazu nötig (Über das vgl. S.s philos. Schriften u. Gedichte, hrsg. von E. Kühnemann, 2. A., 1910). Vermittelt wird die K. durch das Ästhetische (s. d.), welches „Stoff"- und „Formtrieb" in der Einheit des „Spieltriebs" harmonisiert. Nach FICHTE ist K. die Erwerbung der Geschicklichkeit, teils unsere fehlerhaften Neigungen zu unterdrücken und auszutilgen, teils die Dinge außer uns zu modifizieren und nach unseren Begriffen umzuändern. Sie ist das höchste Mittel für den Endzweck des Menschen, die völlige Übereinstimmung mit sich selbst, sofern der Mensch als vernünftig sinnliches Wesen betrachtet wird; letzter Zweck ist sie, wenn der Mensch als bloß sinnliches Wesen betrachtet wird (Über die Be- stimmung des Gelehrten, 2. Vorles.). Als Gestaltung und Beherrschung äußerer und innerer Natur durch die Idee, den Geist, die Vernunft fassen die K. SCHLEIER- MACHER, W. VON HUMBOLDT (S. Humanität), SCHELLING, KRAUSE, WUNDT (Ethik2, 1903, S. 259 ff.; 4. A. 1912; vgl. Sittlichkeit), EUCKEN, nach welchem die echte Geisteskultur eine Erhöhung des menschlichen Seins, eine Ver- innerlichung und Vertiefung der Persönlichkeit bedeutet (Der Kampf um einen geistigen Lebensinhalt, 1896, S. 8 ff.; 2. A. 1907; Grundlinien einer neuen anschauung, 1907; Der Sinn u. Wert des Lebens2, 1910 u. a.), BRAUN,
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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