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Handwörterbuch der Philosophie
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Leben. 365 BOLDT (später nicht mehr), TREVIRANUS (Biologie, 1802 ff.), OKEN, AUTEN- STEFFENS U. a., Jon. MÜLLER (Handbuch d. Physiologie4, 1844), RUDOLF WAGNER, BISCHOF, A. WIGAND, FLOURENS (De la vie et de gence, 1858), ULRICI U. a. Nach SCHOPENHAUER ist die Lebenskraft an sich „Wüle" (Parerga II, § 96). — Nach LIEBIG gibt es nur ein „formbildendes Prinzip in und mit den chemischen und physikalischen Kräften" (Chemische Briefe8, S. 18 ff.), nach CLAUDE einen „vitalen Einfluß" und „organischen Plan", sur les de la vie, 1878 f.), nach LIEBMANN ein „rätselhaftes Plus", welches zum Mechanismus und Chemismus hinzutritt (Zur Analys. der 1880, S. 337; 4. A. 1911; Gedanken und Tat- sachen 1882, I, 230 ff.). Der Neovitalismus (alten neuen Vitalismus unterscheidet zuerst, 1856, Virchow), welcher als Reaktion gegen die streng mechanistische Biologie auftrat, betont die „Autonomie", Eigengesetzlichkeit des Lebens, die Eigenart der organischen Form, die zielstrebige, zweckmäßige Wirksamkeit organischer Potenzen, Energien, Richtkräfte; aus bloßen physikalisch-chemischen Vor- gängen oder Gesetzen ist das Leben nicht restlos abzuleiten, ist der Inbegriff zweckmäßiger Gestaltungen und Funktionen nicht zu begreifen (vgl. Zweck). In diesem Sinne lehren J. v. HANSTEIN, NEUMEISTER, RINDFLEISCH liche Philosophie, 1888; Neovitalismus, 1895), G. BUNGE (In der psychischen Aktivität steckt das Rätsel des Lebens: Vitalismus und 1886). CRATO, G. WOLFF („primäre Zweckmäßigkeit"), HERTWIG (Mechanik und Biologie, 1897), J. v. UEXKÜLL, COSSMANN, E. V. HARTMANN (Archiv f. Philos. IX; Das Problem des Lebens, 1906; s. Unbewußt), v. KEYSERLING, REINKE (unbewußt-zweckmäßig wirkende „Richtkräfte", „Domi- nanten", s. d.) u. a. Nach DRIESCH ist das Leben etwas Autonomes, nur teleo- logisch Begreifliches (s. Zweck). Prozesse wie Regulation, Restitution, Re- generation, Vererbung u. a. sind mechanisch nicht erklärbar. Jedem Zell- element eignet eine „prospektive d. h. die Fähigkeit, je nach seiner Lage jeden beliebigen Teil des künftigen Individuum zu büden (s. Harmonisch). Der Organismus ist ein einheitliches Ganzes, ein Individuum mit Ge- schichte, die ihn in bestimmter Weise reagieren läßt, welche zufälügen, variierenden Reizen gegenüber immer die gleichen Ziele verwirklichen läßt. Grundlage des Ursprungs eines Organismus und Prinzip seines zweckmäßigen Reagierens die „Entelechie", ein objektiver Naturfaktor, eine „intensive Mannigfaltigkeit" unräumlicher, nicht - energetischer Art; sie kann Energie weder vermehren noch auslösen noch in ihrer Richtung ändern, aber sie vermag Reaktionen, welche zwischen den in einem System vorhandenen Verbindungen möglich sind und ohne die Dazwischenkunft von Entelechie würden, so lange zu suspendieren, wie sie es nötig hat". „Wir lassen Entelechie nur das in Aktualität setzen, was sie selbst vordem gehindert, was sie selbst suspendiert hatte" (Die organischen Regulationen, 1901; Die „Seele" als elementarer Naturfaktor, 1903; Der Vitalismus, Phüosophie des Organischen, 1909; Zwei Vorträge zur Naturphilosophie, 1910; Ordnungslehre, 1912, u. a.). Einen Psychovitalismus, nach welchem psychische Faktoren (Bedürf- nisse, Strebungen, nach manchen auch einfache Unter- Urteils-, Wahlakte) die Ursachen zweckmäßiger Reaktionen und Gestaltungen sind (wenn diese auch nicht immer und nicht gleich zweckmäßig
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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