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Handwörterbuch der Philosophie
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372 Lemma Liebe. Affekt ist, da ist gemeiniglich wenig Leidenschaft" (1. c. § 72). Ähnlich lehren MAAS (Versuch über die Leidenschaften, 1805, I, 30, 47 ff.; II, 7 ff.), FRIES (Anthropol. I, § 74) u. a. — Nach HEGEL ist es die „List der daß sie in der Geschichte die Leidenschaften der Individuen für sich wirken läßt (Philos. der Geschichte, Univ.-BibL, S. 70). — Nach HERBART wird eine Be- gierde zur L., wenn sie zu einer Herrschaft gelangt, wodurch die praktische Überlegung aus ihrer Richtung kommt (Lehrbuch zur S. 81; vgl. Psychol. als Wissenschaft II, § 107). Die L. ist eine dauernde Disposition zu Begehrungen (vgl. NAHLOWSKY, Das Gefühlsleben, 1862, S. 263; 3. A. 1907); HAGEMANN, Psychol.8, 1911, S. 138 f.). Nach HÖFFDING ist sie „die zur Natur gewordene, durch Gewohnheit eingewurzelte Bewegung des Gefühls" 1901, S. 392), nach RIBOT eine fest gewordene Gemütsbewegung mit einem intellek- tuellen Element (Essai sur les passions, 1907), nach JODL (Lehrbuch der Psychol. II8, 1909) u. a. eine Willensgewohnheit, nach DYROFF eine „Gefühls- in d. Psychologie, 1908, S. 100). Nach WUNDT ist sie rein psychologisch nicht vom Affekt zu trennen (Grundr. d. 1902, S. 209). Vgl. M. MEYER, Die Lehre des Thomas von Aquino de passion. 1912. Lemma sumptio): Lehnsatz, d. h. ein Lehrsatz, der als ein von einer anderen Wissenschaft bewiesener von einer Disziplin übernommen wird. Lernen s. Gedächtnis, Reproduktion, Memorieren, Pädagogik, Anamnese. Lethargie Zustand seelischer Stumpfheit und Passivität; insbesondere der schlafähnliche Zustand in der Hynose (s. (freie Entscheidung): Wahlfreiheit, Fähigkeit etwas zu wollen oder nicht zu wollen; Fähigkeit, auch das Entgegengesetzte zu wollen, sich für etwas ebensogut wie für dessen Gegenteil entscheiden zu können; Fähigkeit des Willens, sich bei voUkommener Gleichgültigkeit zweier Motive doch für eins zu entscheiden arbitr. „la puissance de vouloir ou de ne pas vouloir, ou bien de vouloir le contraire": MALE- BRANCHE). VgL AUGUSTINUS, De libero arbitrio, 1; THOMAS, Sum. theol. II, 83, 3; LEIBNIZ, Theodizee, I. B., § 46. — VgL Willensfreiheit, Motiv. Licht s. Gesichtssinn, Lumen. Liebe (egcog, ist ein sich hingezogen Fühlen, Hinstreben zu etwas (einem Gegenstand, einer Person), dauernde Lust und Freude, Neigung, Sympathie, hervorgerufen durch einen Gegenstand, der uns durch seine Eigen- schaften unmittelbar als für uns als Quelle der Beglückung unseres (sinnlichen oder geistigen) Ich erscheint, dauernde Lust an der Gegenwart einer Person, an der (sinnlich-geistigen) Vereinigung mit ihr, am Besitze derselben. Die L. nimmt die verschiedensten Formen an, entwickelt sich von einer sinnlichen egoistischen Form zu einer (relativ) selbstlosen, aufopfernden, nur das Wohl des Geliebten begehrenden, geistigen Liebe. der Liebe kommt das Streben nach Ergänzung des eigenen Ich, nach Erweiterung desselben zum Aus- druck, insbesondere in der allgemeinen Menschenliebe und in der Liebe zur Gottheit oder zum mit dem wir uns eins fühlen und dem wir zustreben. Als kosmisches Prinzip erscheint die Liebe in den bei HESIOD,
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Handwörterbuch der Philosophie
Title
Handwörterbuch der Philosophie
Author
Rudolf Eisler
Publisher
ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
Location
Berlin
Date
1913
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
Size
12.7 x 21.4 cm
Pages
807
Keywords
Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
Category
Geisteswissenschaften
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