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Materiell — Mathematik. 391
Die Begriffe u. Theorien der modernen Physik, KLEINPETER, Die Er-
kenntnistheorie der Naturwissenschaft der Gegenwart, 1905; The Properties
of Matter, 1886; deutsch 1888 (vgl. Ding). — Nach H. BERGSON ist die M. der
Inbegriff aller unmittelbar als ausgedehnt sich darstellenden „Büder"
d' images") in deren eigenem Zusammenhange; dieselben Büder sind in bezug
auf die mögliche Tätigkeit des organischen Leibes Wahrnehmungsinhalte (per-
ceptions; et memoire6, 1910, S. 7 ff.; deutsch 1908). Die M. entsteht
durch eine Entspannung des „Lebens" (s. d.), durch eine Zerstreuung, Ver-
äußerlichung desselben in eine Reihe homogener Zustände; sie ist vom Geist
d.) nicht dem Wesen, sondern der Zeit nach unterschieden (s. Dauer, Ge-
dächtnis, Wahrnehmung, Verstand).
Auf Energie (s. d.) reduziert die Materie W. OSTWALD. M. ist nur eine
zusammengesetzte Gruppe verschiedener Energien". Im Begriff der
M. steckt „die Masse, d. h. die Kapazität Bewegungsenergie, ferner die
Raumerfüllung oder die Volumenergie, weiter das Gewicht oder die in der
allgemeinen Schwere zutage tretende Art von Lagenenergie, und endlich die
Eigenschaften, d. h. die chemische Energie" (Die Überwindung des
wissensch. Materialismus, 1895, S. 28; Vorles. über Naturphilos.2, 1902, S. 245;
u. Vorträge, 1904, S. 235; vgl. hingegen die Schriften von E. v. Hart-
mann, Wundt, Riehl, E. Becher u. a.). Nach L. GILBERT ist M.
fähigkeit, Energie (s. d.), Arbeit (s. d.), ein Moment der „Wirkungskette". Es gibt
nur eine Energie: die Materie, d. h. die als „Materie" bezeichnete Energie
{„Dichte", „Standenergie", „Widerstandskraft" gegen Druck und Zug (Neue
Energetik, 1911, S. 17 ff.). Nach G. LE BON ist die M. ein „Kräftereservoir",
•«eine relativ stabile Form der Energie, die sich allmählich dissoziiert und in
Energie verwandelt, so daß die M. (und Masse) nicht unveränderlich ist
des forces, S. 11 ff.; deutsch 1909).
Aus elektrisch geladenen Elementen (Elektronen), bzw. aus elektrischen
Einheiten besteht die M. (s. Atom) nach THOMSON, LORENTZ, LARMOR U. a.
J. J. THOMSON, Elektrizität und M., 1904; Die Korpuskulartheorie der M.,
1908; LODGE, Leben u. Materie, S. 27 ff.). — Vgl. die Schriften von
HOLBACH, MOLESCHOTT, BÜCHNER U. a. (s. Materialismus); E. HAECKEL, Die
1899; Du Reden u. Aufsätze2, 1886 (s. Ignora-
tonus); F. CHLEBIK, Kraft u. Stoff, 1873; U. Das Problem der M.,
1871; MAXWELL, Substanz u. Bewegung, 1879; TURNER, Die Kraft u. Materie
im 1894; G. Moleküle, Atome, Weltäther2, 1905; Die Materie,
1912; Neue Anschauungen über die Struktur der M., 1908; H. ZIEGLER,
Die Struktur der M., 1908; F. ENRIQUES, Probleme der Wissenschaft, 1910;
F. C. S. SCHILLER, Riddles of the 1910; Seele u. 1912;
ABENDROTH, Das Problem der M., 1889; BAEUMKER, Das Problem der M. in
d. griechischen Philos., 1890; F. A. LANGE, Geschichte des Materialismus8,
1908; A. STRACHE, Die Einheit der M., des Weltäthers und der
1909. — Vgl. Körper, Element, Energie, Masse, Leib, Objekt, Substanz,
Unendlich, Materialismus, Idealismus,
Materiell materialis): stofflich, körperlich; auf den Inhalt be-
sachlich; auf das Sinnliche, den Nutzen sich beziehend. Vgl. Ideen
Causa, Wahrheit.
Mathematik Wissenschaft), die allgemeine Wissenschaft
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften