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396 Mechanisch — Mechanistische
1822; LAGRANGE, analytique 1811; H. HERTZ, Die Prinzipien der
M., 1894; 2. A. 1910; WUNDT, Logik II3, 1906/08; d. mechanischen
Naturlehre, 1910; NATORP, Die log. Grundlagen d. exakten Wissensch., 1910;
E. DÜHRING, Krit. Geschichte der allgemeinen Prinzipien der M.8, 1887;
E. MACH, Die Mechanik in ihrer Entwicklung6, 1908; VAIHINGER, Die Philo-
sophie des Als ob, 1911 (Fiktionen der M.). — VgL Mechanistisch,
mechanik, Zweck, Entwicklungsmechanik, Energetik, Axiom, Trägheit, Be-
wegung,
maschinenmäßig, automatisch, zwangsmäßig, durch Druck
und Stoß, durch bewegende Kräfte, durch Mitteilung der Bewegung.
Mechanisierung: Mechanisch-, automatisch - Werden von
handlungen infolge Übung (s. d.) und Gewohnheit, verbunden mit Herab-
setzung des Bewußtseins bis auf den relativen Nullpunkt, wobei geistige
Energie erspart wird und dasjenige, was anfangs Überlegung brauchte,
sicher, leicht, rasch, zweckmäßig sich vollzieht. Mechanisierungen von
geistigen Akten und Willenshandlungen finden fortwährend auf einer
M, von Willenshandlungen beruht ein Teil der Reflexe (s. d.) und der
Triebvorgänge (vgl. Instinkt). Überhaupt ist von dem aktiv-lebendigen Geistes-
leben das „mechanisierte" (automatisch gewordene), fixierte, „erstarrte", stabil,
eindeutig, zwangsläufig gewordene Geistige zu unterscheiden, sowohl inner-
halb des wie auch als Gliederung innerhalb des universalen, als
„geistig" aufzufassenden „An sich"' oder „Für sich" der Dinge überhaupt
Panpsychismus, Unbewußt). Vgl. SCHELLING, FECHNER (Zendavesta I, 282),
WUNDT (Grundriß der Psychol.5, 1902, 229 ff.; Grdz. d. phys. Psychol.,
1903, 278 ff.), KÜHTMANN, L. W. STERN (Person u. Sache, 1906, I,
175 f.), NIETZSCHE, JOEL (Seele u. 1912), JAMES, BOUTROUX (S.
BERGSON U. a.; ferner ROMANES, HÖFFDING, JODL U. a.
Mechanismus Maschine): 1. eine nach den Gesetzen der
Mechanik, mechanisch oder nach Art einer Maschine sich verhaltende Ver-
bindung; eine streng kausal bedingter, äußerlicher Zusammenhang: 2. mecha-
nistische Erklärung von Vorgängen, besonders in der Physik, Biologie und
auch als Weltanschauung. Vgl. HÖFFDING, Der menschL Gedanke, 1911 (nur
methodisch-symbolische Bedeutung der mechanischen Auffassung);
Ordnungslehre, 1912.
Mechanistische (bzw. Naturauffassung) ist die Zu-
rückführung alles Geschehens (s. Materialismus) oder doch des physischen
Geschehens auf Bewegungen und bewegende Kräfte oder wenigstens auf bloß
Vorgänge und Gesetzlichkeiten. Innerhalb des
nismus" im weiteren Sinne finden Platz die dynamische (s. d.), energetische
(s. d.) und mechanistische Auffassung im engeren Sinne, welche letztere
Naturgeschehen auf Mechanik, auf Bewegung, auf Druck und Stoß, auf das
Spiel der Atome (s. d.) reduziert. Die mechanistische Naturauffassung im weiteren
Sinne beruht auf dem Streben nach einheitlicher, streng kausaler, quantitativer
Erklärung der Phänomene; dazu kommt noch bei dem Mechanismus im
engeren Sinne das Bedürfnis der Anschaulichkeit, welches in der Konstruktion
mechanischer „Modelle" für alle Arten des physikalischen Geschehens zum
Ausdruck gelangt. So berechtigt, zweckmäßig, bewährt die mechanistische
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften