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406 Metaphysisch — Methode.
Gott, Unsterblichkeit, Zweck, Kraft, Materie, Natur, Prinzip, Substanz,
Positivismus, Agnostizismus, Mechanistisch, Dynamismus, Idealismus, Idee,
Transzendent, Postulat, Fiktion.
Metaphysisch: zur Metaphysik gehörend, alle Erfahrung übersteigend,
transzendent (s. d.). Nach WUNDT sind „Annahmen, die irgendwie
hypothetische Ergänzungen der Wirklichkeit sind", Theorien, die irgend ein
empirisch gegebenes Verhältnis über alle Grenzen der Erfahrung hinaus er-
weitern (Essays, S. 21; Philos. Studien XIII, 361). Die Elimination aller
„metaphysischen" Zutaten zur Erfahrung fordert E. MACH (vgl. Empirismus).
Metapsychisch: über die psychologische Erfahrung hinausgehend; das
An sich des Psychischen. VgL L. HALLER, Alles in Allem. Metalogik, Meta-
physik, Metapsychik, 1888; L. W. STERN, Person u. Sache I, 1906, S. 198.
(metempirical): jenseits der Grenzen möglicher Er-
fahrung (LEWES, Problems of Life and I, 1872—79, 17 f.).
s. Seelenwanderung.
nach PLATON das Teilhaben der Einzeldinge an
den Ideen (s. d.).
Methode planmäßiges Verfahren, insbesondere das Verfahren
der Realisierung des Denk- und Erkenntniszieles, der Gewinnung allgemein-
gültiger Urteile und Urteilszusammenhänge, der Erzeugung, Ordnung und
Verknüpfung sowie der Darstellung von Erkenntnissen (durch Anwendung
logischer Prinzipien). Außer den besonderen Methoden der verschiedenen
Wissenschaften gibt es allgemeine, allen Disziplinen gemeinsame Methoden
sowie allgemeine methodische Regeln und Grundsätze. Erkenntnistheoretisch
aufgefaßt sind die „Methoden" die fundamentalen Formen, in welchen das Denken
in einheitlich-gesetzlicher Weise das Erfahrungsmaterial logisch verarbeitet,
wobei es zu Begriffen und Urteilen gelangt, in welchen der Gehalt der Er-
fahrungswirklichkeit allgemeingültig, objektiv bestimmt wird. Im engeren Sinne
sind Methoden der Untersuchung (Forschungsmethoden, heuristische M.) und
der Darstellung zu Allgemeine Methoden der Wissenschaften
sind die induktive (s. d.), deduktive (s. analytische (s. d.), synthetische
(s. d.) M., die M. der Analogie (s. d.). Methodische Operationen sind die De-
finition (s. Einteilung (s. d.), der Beweis (s. d.). Es gibt ferner eine
akroamatische (s. d.), erotematische (s. d.), genetische (s. d.), systematische
(s. d.) M.; eine natur- und geisteswissenschaftliche, historische M. (s. Ge-
schichte, Naturwissenschaft); in der Philosophie eine spekulative (s. d.), dialek-
tische (s. d.), kritische (s. d.), transzendentale (s. d.) M. (vgl. Erkenntnistheorie,
Psychologismus).
Die kritisch-systematische Untersuchung der Methoden der Wissenschaft,
die logische Analyse und die Prüfung der Tragweite der Methoden fällt der
Methodenlehre (als einem Teile der Logik) zu. — Vgl. F. BACON,
Organum, 1620; De dignitate et augmentis 1623; DESCARTES, Dis-
cours de la 1637; lateinisch 1644; Regulae ad directionem ingenii;
SPINOZA, De intellectus TSCHIRNHAUSEN, Medicina 1687 ;
KANT, Kritik der reinen Vernunft, H. COHEN, Logik, 1902, S. 18 ff.,
349 ff.; J. ST. MILL, System der Logik, 1877 (s. Induktion, Deduktion):
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften