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408 Mimansa — Mitleid.
selbständiger, sie emanzipiert sich vielfach vom Zwange desselben und gestaltet
sich ihr Milieu aktiv, im Sinne ihrer Bedürfnisse und Ziele. Insbesondere
ist für die soziale eine ständig fortschreitende Verbesserung
des M. als Inbegriffs der Lebensverhältnisse eines der wichtigsten Postulate
(s. Aktivismus).
Den Einfluß des M. beachten schon HIPPOKRATES, PLATON, ARISTOTELES,.
KHALDUN, dann J. MONTESQUIEU (Esprit des XIV, XVIII),
TURGOT, VOLTAIRE, CONDORCET, HERDER (Ideen GOETHE,
G. LAMARCK, DARWIN, COMTE ambiant"),
u. a. Nach H. sind Rasse, Moment und die konstanten Fak-
toren in der Geschichte, welche auch das Schaffen, besonders das
bedingen (Histoire de la litterature anglaise, 1864; Philosophie de Part, 1865;
deutsch, 2. A. 1885). Daß für das Verständnis der Vererbung (s. d.)
worbener Eigenschaften die Lehre vom „inneren Milieu" (d. h. von dem das
Keimplasma umgebenden übrigen Teile des Organismus) bedeutsam ist, betont
R. GOLDSCHEID (Höherentwicklung u. 1911; Darwin,.
1909). Vgl. H. DRIESMANS, Rasse und Milieu, 2. A. 1909; E. DUTOIT, Die
Theorie des M., 1899. Vgl. Soziologie, Ökonomie.
Mimansa: Name eines indischen philosophischen Systems pantheistischer
Richtung. VgL Vedanta.
Mimik s. Ausdrucksbewegung, Physiognomik, Sprache.
Mimikry mimicry, Nachahmung von Eigenschaften
(Farben, Formen) gewisser Tiere oder Pflanzen durch andere, welche diese
Eigenschaften annehmen und dadurch z. T. im Kampf ums Dasein besser ge-
schützt sind (z. B. Anpassung an die Farbe und Form von Blättern durch
Heuschrecken usw.). Theorien der M. geben DARWIN, BATES, FRITZ
R. (M. als Ausdrucksbewegung) u. a.
Mind (engl.): Geist, Seele, Bewußtsein, Intellekt.
(engl.): Seelenstoff, nennt W. K. CLIFFORD die psychischen
Atome (Empfindungselemente), aus welchen die Dinge an sich bestehen und
aus deren Komplikation das eigentliche Bewußtsein hervorgeht (Von der
Natur der Dinge an sich, 1903). W. JAMES versteht unter der „mind stuff-
Theorie" den (von ihm bekämpften) psychologischen Atomismus (s. d.) eines
SPENCER, U. a. (vgl. JAMES, of 1890, I, 145 ff.).
Minor Terminus.
Misanthropie Menschenhaß,
(piioeXv, Xoyog): Haß gegen die Vernunft.
Misoneismus veov); Haß, Widerstand gegen das Neue.
Freude an fremder Lust, freudige Anteilnahme am Glück
der anderen. JEAN PAUL sagt („Hesperus"): „Zum Mitleiden genügt ein
Mensch; zur Mitfreude gehört ein Engel." Vgl. KREIBIG, Werttheorie, 1902,
8. 109.
(sympathetisches Gefühl) s. Sympathie.
Mitleid ist eine Art des Mitgefühls, nämlich ein Mitfühlen fremder Un-
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften