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Modalitätsschlüsse — Möglichkeit. 411
zeigen nur die Art und Weise an, wie im Urteil etwas behauptet oder verneint
wird, ohne etwas zum Inhalt des Urteils beizutragen; sie betreffen also nur
die Art der Urteilsgewißheit. „Problematische Urteile sind solche, wo man
das Bejahen oder Verneinen als bloß möglich (beliebig) ansieht; asser-
torische, da es als wirklich (wahr) betrachtet wird; apodiktische, in
denen man es als notwendig ansieht" (Krit. d. rein. Vernunft, S. 92, 202 f.).
Andere Logiker, wie SCHUPPE, HEYMANS U. a. verlegen die M. in die Materie
des Urteils; vgl. hingegen Die intellektuellen Funktionen, 1909, S. 171.
— Vgl. WUNDT, Logik I3, 1906; SIGWART, Logik I2, 1904, 129 ff.; 4. A. 1911;
E. J. HAMILTON, Perzeptionalismus u. Modalismus, 1911. — Vgl. Möglichkeit,
Wirklichkeit, Notwendigkeit, Postulat.
sind Folgerungen von einer Modalität (s. d.) auf
andere („modale Konsequenz"): von der Wirklichkeit auf die Möglichkeit
esse ad posse"), von der Notwendigkeit auf die Wirklichkeit („ab oportere
ad esse") oder auf die Möglichkeit („ab oportere ad posse"). VgL KREIBIG,
Die intellektuellen Funktionen, 1909; E. J. HAMILTON, Perzeptionalismus u.
Modalismus, 1911; Erkennen u. Schließen, 1912.
Modi s. Schlußfiguren.
Modifikation: Abänderung, Veränderung der Daseinsweise, des Zu-
standes, der Qualität.
Modus: Daseinsweise, Art und Weise des Seins oder Geschehens, Zu-
ständigkeit; Bestimmtheit eines Dinges. So nach Auf-
fassung („rei nach welcher es äußere (akzidentelle) und
innere (substantielle) Seins- (physische) M. und logische oder Denkmodi gibt.
Der Modus konstituiert nicht die Substanz, sondern unterscheidet sie
von anderen. DESCARTES versteht unter die Zustände, welche
die Substanz modifizieren (Princip. philos. I, 56). SPINOZA versteht unter
eine besondere oder einschränkende Bestimmtheit der
Substanz (s. d.) und ihrer Attribute (s. eine unselbständige Zuständlichkeit der
an sich einheitlichen Substanz („per intelligo substantiae
sive id quod in alio est, per quod (Eth., def. V). Die Modi
folgen aus der Natur der Attribute der göttlichen Substanz (1. c. prop. XXIII),
die Modi der Ausdehnung sowie die Modi des „Denkens" (Bewußtseins: Intel-
lekt und Wille, Affekte usw.). Die Substanz geht logisch ihren Modis voran
(„substantia prior est natura suis affectionibus"). Die Dinge (s. d.) sind Modi
der göttlichen Substanz, haben also keine absolut selbständige Existenz. — VgL
LOCKE, Essay concern. human unterstand. II, K. 12, § 4 Lehrb.
d. Philos. II8, 1912; URRABURU, Ontologia, 1891.
ponens, tollens s. Hypothetischer Schluß.
ist der begriffliche Ausdruck dafür, daß der Setzung oder
Annahme eines Etwas als gültig oder als seiend nichts im Wege steht, daß
diese Setzung den Denkgesetzen (logische M.) oder den Bedingungen
denkender Verarbeitung des Erfahrungsinhalts M.) entspricht oder
nicht widerspricht. Logisch möglich ist alles widerspruchsfrei,
richtig Gedachte; aber nur ein Teil des logisch Möglichen ist zugleich real
möglich, nämlich dann, wenn die Bedingungen und Gesetze des wirklichen
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Handwörterbuch der Philosophie
- Title
- Handwörterbuch der Philosophie
- Author
- Rudolf Eisler
- Publisher
- ERNST SIEGFRIED MITTLER UND SOHN
- Location
- Berlin
- Date
- 1913
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- Size
- 12.7 x 21.4 cm
- Pages
- 807
- Keywords
- Philosophie, Geisteswissenschaften, Objektivismus
- Category
- Geisteswissenschaften